Exchange-Traded Funds (ETFs)

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Inside

Wachstum, Themen, Trends und mehr

ETF-Wachstum
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Seit 2005 hat das Wachstum des ETF-Markts deutlich zugenommen. Laut Statista stieg das weltweit in ETFs ­investierte Vermögen von 2005 mit 417 Mrd. USD auf satte 7.737 USD im Jahr 2020 – eine Verachtfachung in 15 Jahren! Im Pro­duktangebot kristallisiert sich ein Trend zu immer exotischeren Themen und Nischen heraus. Die Vielfalt macht den Markt unübersichtlicher, bei der richtigen Auswahl ist der informierte Anleger ­gefragt.

Boomsektor Private Equity
Börsennotierte Private-Equity-Firmen gehören im zu Ende gehenden Jahr zu den Top-­Performern. Viele Investoren haben die Corona-Krise dazu genutzt, günstig einzu­kaufen. Laut Experten ist mit Blick auf die Bewertung der Firmen an den Börsen im Verhältnis zum inneren Wert der Be­tei­ligun­gen auch im kommenden Jahr noch Luft nach oben. Der iShares Listed Private ­Equity UCITS ETF (WKN: A0MM0N) ­investiert in gut 70 Private-Equity-Unternehmen, die weltweit in ­Industrieländern an der ­Börse notiert sind. Regional sind die USA mit 47,1% vertreten, gefolgt von UK mit 21,4%. Zu den Top-Titeln des S&P Listed Private ­Equity Index, den der ETF abbildet, zählen die Platz­hirsche des Sektors wie ­beispielsweise KKR und Blackstone. ­Euroanleger ­erzielten mit dem ETF in drei Jahren 103,6%; die Vergleichsgruppe* ­„Aktienfonds Finanz-Dienstleistungen Welt“ kam auf 60,9%.

TIPS-ETF
Mit dem UBS Bloomberg Barclays TIPS 10+ UCITS ETF (WKN: A2APA5) können Anleger in das Segment inflationsgeschützter Anleihen investieren. Die Abkür­zung „TIPS“ steht für „Treasury Inflation-­Protected Securities“, also inflationsgeschützte US-Schatzanleihen. Die Min­destlaufzeit der Papiere, die berücksichtigt werden, liegt bei zehn Jahren. Euroan­leger profitierten zuletzt von Währungsgewinnen des Greenback gegenüber der Gemeinschaftswährung. Auf Sicht von drei Jahren summierte sich der Ertrag auf für einen Anleihen-ETF hochattraktive 54,2%. Die Vergleichsgruppe „Rentenfonds inflationsgeschützt Welt Hartwährungen“ schaffte in dem Zeitraum 16,9%.

Nachhaltigkeit im Fokus
Der Nachhaltigkeitshype hat die Finanzindustrie fest im Griff, die ETF-Branche ist keine Ausnahme. Anleger sollten bei allen Chancen nicht aus den Augen verlie­ren, dass politisch gelenkte Geldflüsse wie in diesem Fall auch zu Blasenbildungen und Fehlallokationen führen. Der Lyxor MSCI New Energy ESG Filtered UCITS ETF (WKN: LYX0CB) bildet die Entwicklung von rund 80 Unternehmen unterschiedlicher Marktkapitalisierung aus dem Sektor alternative Energien ab. Sie kommen sowohl aus Industrie- als auch aus Schwellenländern. Mit 40,5% sind ­Firmen aus den USA im ETF am höchsten gewichtet. Die Unternehmen aus der Renewables-Branche müssen für die Aufnahme in den Index und damit den ETF ein Nachhaltigkeits-(ESG-)Screening durch­laufen. Aktuell sind das Solarenergie­unternehmen Enphase Energy (6,2%), der Spezialchemiekonzern Albemarle (5,5%) und der Wasserstoffspezialist Plug Power (4,8%) am stärksten vertreten. In drei Jahren lag der Wertzuwachs des ETF bei 132%, die Peergroup „Aktienfonds Umwelt/­Klima/Neue Energien Welt“ kam auf 98,3%.

Bitcoin-Investment
In Deutschland ist die Auflegung eines ETF, der in ein einzelnes Asset investiert, aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Aller­dings können Anleger an Wertentwicklun­gen einzelner Rohstoffe oder auch von Krypto­währungen über sogenannte Exchange-Traded Commodities (ETCs) oder Exchange-Traded Notes (ETNs) partizipieren. Die Papiere sind zwar rechtlich Schuldver­schreibungen, allerdings können sie mittels Hinterlegung von Sicherheiten („collateral assets“) vor dem Ausfall durch die Insolvenz des Emittenten abgesichert werden. Der BTCetc – ETC Group Physical Bitcoin (WKN: A27Z30) ist beispielsweise physisch mit Bitcoins hinterlegt. Diese ­­werden in einer regulierten Verwahrstelle treuhänderisch verwahrt. Der Anleger kann sich die Bitcoins auf Wunsch bei Verkauf des Produkts liefern lassen.

Rohstoffe im ETF-Mantel
ETF-Anleger konnten auch am guten Lauf der Rohstoffe in den vergangenen Monaten partizipieren. Ein Beispiel dafür ist der L&G Longer Dated All Commodities UCITS ETF (WKN: A1CXBU). Basiswert für das Produkt ist der Bloomberg Commodity 3 Month Forward Index in US-Dollar, der 23 Rohstofffutures abbildet. Dabei werden alle gängigen Sekto­ren von Energie (aktuell: 35,2%) bis Vieh­zucht (aktuell: 5,2%) berücksichtigt. Zu den zehn größten Positionen zählen mit Stand vom 31.10. Erdgas (12,2%), Gold (10,8%) und WTI-Rohöl (9,9%). Euroanleger erzielten mit dem Produkt in drei Jahren 39,2%, die Vergleichsgruppe „Rohstofffonds gemischt Welt“ brachte es im selben Zeitraum auf 28,4%.

Gemischtes ETF-Portfolio
Investoren werden im ETF-Segment auch bei gemischten Portfolios fündig. Beim Xtrackers Portfolio UCITS ETF (WKN: DBX0BT) werden 30% bis 70% in die Anlageklasse Aktien, die über Indizes abgebildet wird, investiert; der Rest fließt in Anleihenindizes. Für die Assetallokation ist Dr. Andreas Beck verantwortlich, der Ansatz verzichtet also nicht auf aktive ­Elemente. Aktuell liegt die Gewichtung bei 60,7% Aktien und 39,3% Renten. Zu den Top-Holdings zählen ein MSCI-USA-ETF (14,7%) und ein ETF auf inflationsindexierte Bonds der Eurozone (12,0%). Der Xtrackers-ETF kam in drei Jahren auf 38,4% und ließ damit seine Peer­group „Mischfonds ausgewogen Welt“ mit 22,7% deutlich hinter sich.

High mit Hanf?
Die verstärkte Bereitschaft der Politik weltweit, Cannabis zuzulassen, hat auch das Interesse der Anleger verstärkt. Investoren können das Thema mit dem HANetf The Medical Cannabis and Wellness UCITS ETF (WKN: A2PPE8) umsetzen. Der ­Index, den der ETF abbildet, umfasst rund 40 Unternehmen aus Nordamerika mit Fokus auf Cannabis, Hanf und CBD. ­Da­zu zählen beispielsweise Innovative Indus­trial Properties, ein Vermieter von In­dustrieimmobilien für Cannabisan­lagenbetreiber, und der Pflanzenschutzmittelhersteller ScottsMiracle-Gro. Der Sektor ist volatil. Während in den ersten sechs Wochen des Jahres deutliche Kurs­gewinne Euphorie verbreiteten, ging es im weiteren Verlauf des Jahres nach unten. Auf Jahressicht verblieb für Euroanleger ein kleines Plus von 3,8%, das sie eher nicht berauschte.

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