Boom, Bust und Bankenpleiten

Thomas Hellener

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Kolumne

Gastbeitrag von Thomas Hellener, SOLIT Fonds GmbH

Der plötzliche Zusammenbruch der amerikanischen Silicon Valley Bank (SVB) hat im März hohe Wellen an den Märkten geschlagen. Parallel hat die Schweizer Großbank Credit Suisse als erste systemrelevante Bank seit der Finanzkrise 2008 staatliche Hilfe in Höhe von 50 Mrd. CHF in Anspruch genommen. Danach wurde ein neuer Akt des Trauerspiels „Too big to fail“ aufgeführt. Die UBS hat am 19.03. in einer Rettungsaktion den Konkurrenzen Credit Suisse übernommen und in einem Aktientausch 0,76 CHF pro CS-Aktie geboten, was einer Summe von 3 Mrd. CHF entspricht. Die Furcht vor einer neuen Finanzkrise und Erinnerungen an die Bankenkrise von 2008 wurden wach.

Staatseingriff
Nach dem Zusammenbruch der SVB verkündete das US-Finanzministerium Garantien für alle Kundeneinlagen in den USA, da man „eine Panik an den Märkten“ verhindern wolle. Bis dahin waren Bankeinlagen nur bis 250.000 USD gesichert, was bei der SVB gerade einmal 12% aller Einlagen entsprach und für den Rest einen Haircut bedeutet hätte. Man vermied, von einer Bankenrettung zu sprechen. Ein elementarer Baustein dieser Rettung, um Ansteckungseffekte von vorneherein zu vermeiden, ist ein neues Programm der US-Notenbank, über das Banken ihre Anleihen als Sicherheit hinterlegen können, um Liquidität zu bekommen. Dabei erhalten Banken nicht den aktuellen Marktwert, sondern den Nominalwert ihrer Anleihen zum Zeitpunkt der Fälligkeit. Die Kombination aus Garantien und der Möglichkeit, Liquidität zu erhalten, sollte die kleinen und mittleren Banken vor einem ähnlichen Schicksal erst einmal bewahren. Gleichzeitig stützt die Fed damit den Anleihenmarkt, ohne dass sie direkt als Käufer auftreten muss, womit man zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt.

Ewiger Kreislauf aus Boom und Bust
Am Ende eines jeden Konjunkturaufschwungs stehen Kreditausfälle, Bankrotte und folglich eine Rezession, in der sich die Wirtschaft von den Auswüchsen und Fehlallokationen des vorherigen Booms bereinigt und wieder gesundet. Boom-und-Bust-Zyklen gibt es bereits seit mehreren Jahrhunderten und nach dem längsten Konjunkturaufschwung der Geschichte, der bis 2020 andauerte, sowie dem typischen Anstieg der Zinsen ist es nun logisch, dass auch diesmal Unternehmen und folgend Banken insolvent werden, was eine typische Rezession kennzeichnet. Neu ist seit 2008, dass Notenbanken und Regierungen in Rezessionen Geld aus dem Nichts drucken, um zumindest das Bankensystem zu schützen.

Bankenrettung bullisch für Gold
Als Reaktion auf die Finanzkrise von 2007/2008 hat man die Eigenkapitalvorschriften für das Bankwesen verschärft. Das Bankensystem ist nach vier Quantitative-Easing-(QE-)Programmen der US-Notenbank heute weitaus besser kapitalisiert und somit deutlich robuster als noch vor 15 Jahren. Jedoch ist es wohl noch immer nicht robust genug, um den Bankrott einer einzelnen Bank zu verkraften, ohne dass Dominoeffekte im Kreditgeldsystem zu befürchten sind. Die Wahrscheinlichkeit für einen Einbruch des Goldpreises deutlich unter 1.800 USD pro Feinunze ist drastisch gesunken. Die Einschläge in Wirtschaft und Finanzsystem aufgrund des starken Zinsanstiegs kommen näher, weshalb in Bälde etwas passieren muss, das ein neues QE-Programm rechtfertigt, bevor die Kreditausfälle in der bevorstehenden Rezession ein Problem für die Banken werden können. Wir stehen wieder an dem Punkt, wie Ende 2019, und spätestens mit neuen QE-Programmen wird der Goldpreis unserer Erwartung nach auf ein neues Allzeithoch ansteigen. Physisches Gold, Silber sowie Minenaktien bleiben daher weiterhin wichtige Kernbausteine eines Portfolios.

Thomas Hellener ist seit 2016 Geschäftsfüh­rer der unabhängigen Investmentboutique SOLIT Fonds GmbH. Der SOLIT Werte­fonds (WKN: A2AQ95) wird von ­externen Fondsmanagern ­geführt, die über eine lang­jährige Expertise in ihren jeweiligen Schwer­punktbereichen verfügen, wie z.B. ­Thomas Käsdorf und Andreas Othmer von der ­Plutos Vermögensverwaltung AG. Hellener ist An­sprechpartner für Vermögensverwalter und Vertriebs­organisationen. Weitere Informa­tio­nen ­finden Sie unter: www.solit-fonds.de

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