Commodity Capital Global Mining Fund

Foto: Michael Bohn

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Analyse

Gastbeitrag von Michael Bohn, Greiff Research Institut GmbH

Rohstoffe, Edelmetalle und Gold gelten als Schutz vor Inflation. Der Goldpreis hat dies im letzten Jahr mit einem Anstieg um fast 10% in Euro auch bestätigt. Abgesehen davon kann es sinnvoll sein, immer einen Teil des Portfolios in Rohstoffen, Gold/Edelmetallen und den jeweiligen Minenaktien zu investieren, da die Korrelation zu anderen Assetklassen teilweise sehr niedrig ist. Allerdings braucht der Anleger ein entsprechend starkes Nervenkostüm: Denn die Minenaktien stellen eine Art Hebel dar, der natürlich in beide Richtungen seine Wirkung entfaltet.

Edelmetallminen im Blick
Einer der Aktienfonds dieser Peergroup ist der Commodity Capital Global Mining. Commodity Capital wurde im August 2009 gegründet und hat sich auf die Bereiche Rohstoffe und Edelmetalle spezialisiert. Verantwortlich für den Fonds ist der Gründer und Geschäftsführer Tobias Tretter. Grundsätzlich ist der Fonds breit aufgestellt und kann in alle Unternehmen investieren. Aufgrund der aktuellen Marktsituation fokussiert sich das Fondsmanagement deutlich stärker auf Edelmetallunternehmen. Anhand der Jahresergebnisse wird ersichtlich, was es bedeuten kann, in Minenaktien investiert zu sein: Im Jahr 2018 verlor der Fonds 33% und anno 2022 schloss er mit einem Minus von fast 39% ab. Allerdings sind auch die Renditechancen immens. Gleich in zwei aufeinanderfolgenden Jahren zog der Fondspreis dreistellig an: Einem Plus in Höhe von ca. 110% (2016) folgte 2017 ein Kurszuwachs von fast 110%. Auch die Renditezahlen in den Jahren 2019 (+42,1%) und 2020 (+65,4%) sind überzeugend.

Schwerpunkt „Juniors“
Während die meisten Mitbewerber aus verschiedenen Gründen fast ausschließlich auf die Großen („Majors“) setzen, liegt der Fokus bei diesem Fonds auf den sogenannten Junior-Unternehmen. Dabei handelt es sich um Minengesellschaften, die entweder in Kürze in einer Mine produzieren oder erst ein Projekt in Produktion gebracht haben. Aktuell liegt der Junior-Anteil im Fonds bei ca. 72%; Majors sind mit rund 21% gewichtet und die Explorer machen etwa 6% des Portfolios aus. Das Thema Nachhaltigkeit und Umwelt wird im Rahmen des Investmentprozesses streng berücksichtigt. So erfolgen Investitionen ausschließlich in Regionen, die eine gewisse politische Stabilität vorweisen (z.B. USA, Kanada, Australien). Von Minen in Russland, China oder Afrika lässt der Manager lieber die Finger, da er dort keine Minen findet, die ihm einen nachhaltigen Abbau der Rohstoffe gewährleisten können. Dabei verlässt er sich nicht auf etwaige Versprechungen – vielmehr besucht er die Minen vor Ort und spricht auch mit der dort lebenden Bevölkerung. Trotz des auf ein Allzeithoch gestiegenen Goldpreises gab der Fondspreis im letzten Jahr um rund 15% nach. Die Schere zwischen dem Verlauf des Goldpreises und der Entwicklung der Minenaktien ging damit noch weiter auf.

Ausblick?
Mögliche Zinssenkungen sollten sich positiv auf den Goldpreis auswirken, neue Höchstkurse sind sehr wahrscheinlich. Selbst nach einer Verdopplung der Kurse wären die Aktien noch nicht wirklich teuer bewertet. Eine immens niedrige Bewertung des Sektors mit einem entsprechend riesigen Kurs-potenzial und ein Fondsmanager, der seine Stock-Picking-Qualitäten immer wieder unter Beweis gestellt hat: Das könnte eine gewinnbringende Kombination sein, die man sich als Anleger nicht entgehen lassen sollte.

Michael Bohn ist Redaktionsleiter der Greiff Research Institut GmbH, leitet den Bereich „Fondsanalyse/ research“ und verfügt über 20 Jahre Investmenterfahrung, u.a. in der Bewertung von Investmentfonds. Die Ergebnisse und Erkenntnisse des Researchs finden sich etwa in redaktionellen Beiträgen wieder. Er leitet das Redaktionsteam der 14-tägig erscheinenden Publikation „DER FONDS ANALYST“.. Vor seiner Tätigkeit bei der Greiff AG betreute er bei einer unabhängigen Vermögensverwaltung in Freiburg Privat- und Geschäftskunden. Er traf dort die strategischen Anlageentscheidungen innerhalb der Vermögensverwaltungsmandate und war hauptverantwortlich für die Produktauswahl.

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