Analyse
Gastbeitrag von Jürgen Dumschat, AECON Fondsmarketing GmbH
Thomas Bartling, der die Geschicke dieses aktuell rund 155 Mio. EUR schweren Fonds lenkt, hat bei dessen Präsentation bei der UI Champions Tour vor gut zwölf Jahren zum konzeptionellen Ansatz des Fonds nichts vorgetragen, was heute nicht mehr gilt. Der nun bald 17 Jahre alte Fonds basiert auf der häufig beobachteten Wechselwirkung der Preisentwicklung von Edelmetallen (insbesondere Gold) und Technologie- und Konsumaktien. Damit passt der Fonds in keine der klassischen Vergleichsgruppen, denn trotz der überzeugenden Leistung gab es bislang keine Plagiate des Aurelia-Konzepts. Da es sich grundsätzlich um einen Mischfonds handelt – neben der Cashquote werden zwei Assetklassen miteinander gemischt –, muss er aber irgendwo untergebracht werden, weshalb er mal als dynamischer (FWW) und mal als flexibler Mischfonds (Morningstar) kategorisiert wird. Im Gegensatz zur Mehrzahl dieser Fonds werden jedoch im Aurelia-Fonds keine Anleihen eingesetzt.
Vorzugsweise Wachstumsaktien
Investiert wird vorzugsweise in Wachstumsaktien, wobei Large- und Mega Caps jeweils ca. ein Drittel ausmachen. Aktuell sind rund 70% des Fondsvolumens in Aktien investiert, wobei es die Möglichkeit, den Aktienbestand über Derivate abzusichern, erlaubt, schnell und flexibel auf plötzliche Richtungswechsel der Börsen zu reagieren. Edelmetalle werden meist über ETCs mit physischem Auslieferungsanspruch investiert. Es werden aber auch Minenaktien beigemischt, wobei man sich der hohen Schwankungsanfälligkeit durchaus bewusst ist.
Verlässliches Edelmetall
Ob in der Finanzkrise, zum Ausbruch der Corona-Pandemie oder auch bei Ausbruch des Krieges in der Ukraine – stets war auf die positive Reaktion des Goldpreises bei plötzlichen Markteinbrüchen Verlass. Anleihen, die als „sicherer Hafen“ bei Aktienmarktkrisen gelten, sind für Bartling keine Option. Jüngst zeigt sich zunehmend, dass sich die Fokussierung auf Sachwerte auszahlt. In Zeiten, in denen die Staatsverschuldung allenthalben ausufert, profitiert Gold ebenfalls. Schließlich ist das gelbe Edelmetall schon seit Jahrtausenden ein Wertspeicher, der jeder Inflation trotzt.
Herausragende Performance
Dass die gewünschten Korrelationseffekte der beiden Assetklassen nicht jederzeit zu 100% zuverlässig wirken, versteht sich von selbst. Beim CONCEPT Aurelia Global weiß man jedoch, dass man sich auf Konzepttreue verlassen kann. So hat man einen Baustein im Depot, den man beliebig entsprechend der eigenen Risikotragfähigkeit ergänzen kann. Einem Jahr wie 2022, in dem beide Anlageklassen des Fonds verlieren, folgt dann meist eine umso stärkere Gegenreaktion, die im konkreten Fall zu einer Verdoppelung des eingesetzten Kapitals über einen Zeitraum von zehn Jahren führen kann. Damit hat der Fonds mit einer um mehr als 50% höheren Performance als der Schnitt der dynamischen Mischfonds einen adäquaten Ausgleich für das erhöhte Schwankungsrisiko geliefert. Um auch den Prinzipien verantwortlichen Investierens gerecht zu werden, orientiert sich das Fondsmanagement an den ESG-Ratings von MSCI. Der Fonds ist ein sogenannter Artikel-acht-Fonds, was auch ohne regulatorische Zwänge dem Selbstverständnis des Bielefelder Vermögensverwalters entspricht.
Jürgen Dumschat ist gelernter Bankkaufmann und Marketing-Fachwirt. Seit 1988 ist die Investmentbranche sein Betätigungsfeld. Von Anfang an hat er sich auf vermögensverwaltende Fonds spezialisiert. Mit seinem Pool, der AECON Fondsmarketing GmbH, betreut er Finanzdienstleister auf hohem Niveau. Als Organisator der alljährlichen Hidden Champions Tour und weiterer Veranstaltungsreihen hat er sich als Protagonist des Segments „vermögensverwaltende Fonds“ bundesweit einen Namen gemacht. Er ist Mitinitiator und Jurymitglied der Boutiquen Awards, berät einen „aktivistischen Dachfonds“ und hat in seinem VV-Basis-Newsletter Kennzahlen und Betrachtungsweisen entwickelt, die eine verständlichere Beurteilung der Leistungsfähigkeit von Fonds begünstigen.