Wachsamkeit bleibt gefragt
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Ruhe vor dem Sturm?
An den Leitaktienmärkten herrscht eine möglicherweise trügerische Ruhe. So werden Rekordstände der wichtigen Indizes an der Wall Street kaum mehr wahrgenommen. Warnzeichen von der Bewertungsseite sind allerdings nicht von der Hand zu weisen. So liegt das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) des S&P 500 aktuell bei extremen 5,43. Zum Vergleich: Im März 2000, kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase, stand die Bewertungskennzahl bei 5,06. Nicht unwahrscheinlich, dass in den kommenden Monaten eine Minimierung von Kursverlusten am Aktienmarkt, wie sie gute vermögensverwaltende Fonds bieten, sehr gefragt sein könnte.
Der Name ist Programm
Beim ACATIS Value Event (WKN: A0X754; +12,8% in drei Jahren und damit mehr als die Vergleichsgruppe) sind wichtige Komponenten der Strategie, die mit Aktien (aktuell: 58,2%; u.a. Berkshire Hathaway und Alphabet), Anleihen (24,2%) und Cash (15,3%) umgesetzt wird, bereits im Fondsnamen enthalten. Fondsmanager Johannes Hesche steht für werthaltiges Investieren und das Nutzen von Events, z.B. einem Managementwechsel bei Unternehmen oder einer Ratingänderung bei Anleihen. Die Auswahl der Titel erfolgt über einen Bottom-up-Ansatz. Dabei werden vergleichsweise strenge Kriterien angelegt. So wird auf Sicht von fünf bis zehn Jahren für Aktien eine durchschnittliche Rendite von ca. 10% p.a. angestrebt. Geben die Bewertungsniveaus entsprechende Käufe nicht her, wird Cash gehalten.
Antizyklischer Ansatz
Peter E. Huber, eines der Urgesteine der deutschen Fondslandschaft, setzt im Huber Portfolio (WKN: A3CWG6; +37,8% in drei Jahren und damit deutlich mehr als die Wettbewerber) seine bewertungsorientierte und antizyklische Investmentphilosophie um. Nach dem Motto „Man muss nicht gute Aktien kaufen, sondern Aktien gut kaufen!“ warnt er vor dem Kauf von Qualitätstiteln zu jedem Preis. Bei der Auswahl der Instrumente hat Huber große Freiheiten: Es können Aktien (zum 31.7.: 63,9%), Anleihen (13,6%), Edelmetalle (7,6%), Geldmarkt (14,9%) und Derivate eingesetzt werden. Den Schwerpunkt des Aktienanteils bilden vergleichsweise günstige europäische und asiatische Titel. Aktuell setzt der Experte u.a. auf die ING-Bank und den chinesischen Online-Marktplatz Alibaba.
Die Zukunft im Blick
Der BANTLEON Changing World (WKN: A2JKZA; mit +13,4% in drei Jahren mehr als die Vergleichsgruppe) ist ein Mischfonds, der auf Zukunftsthemen wie Industrie 4.0, Mobilität und Energieinfrastruktur ausgerichtet ist. Das Portfolio wird aktiv über die Konjunkturzyklen gesteuert. Je nach gewünschter Risikoneigung wird aktienseitig entweder verstärkt in offensivere Tech-Titel oder defensivere Basisinfrastrukturunternehmen investiert. Der Aktienanteil kann bis zu 65% betragen (aktuell inkl. Aktienfutures: 59,5%). Zu den Top-Positionen zählen die Tech-Titel NVIDIA und Microsoft. Im Bondsegment (mindestens 25%; aktuell: 33,6%) werden Green Bonds, Covered Bonds und Staatsanleihen mit hoher Bonität genutzt. Das Portfolio runden Metalle ab (bis zu 20%; aktuell: 7,9%).
Gold meets Tech
Der von Thomas Bartling gelenkte CONCEPT Aurelia Global (WKN: A0Q8A0; +44,3% in drei Jahren und damit deutlich mehr als die Wettbewerber) setzt auf einen Mix aus Aktien (Schwerpunkt Tech) und Gold. Eine detaillierte Analyse des langfristig erprobten und erfolgreichen Ansatzes lesen Sie auf S. 35.
Allwetterportfolio
Hans G. Schiefen managt den Incrementum All Seasons Fund (WKN: A2PLD2; +18,2% in drei Jahren und damit mehr als die Peergroup). Ziel ist die reale, d.h. inflationsbereinigte Mehrung des Kapitals. Dabei dürfen Edelmetall-ETCs nicht fehlen. Zur Steuerung des Portfolios werden Makroanalysen genutzt. Aktienseitig gibt es thematische Schwerpunkte, in die investiert wird, z.B. Energie, Schifffahrt (etwa Pacific Basin Shipping) und Edelmetallproduzenten (u.a. Sibanye Stillwater). Zusätzlich werden Derivate eingesetzt, um Währungs- oder Marktrisiken zu steuern. Einen weiteren Performancebeitrag liefert der Verkauf von gedeckten Optionen zur Generierung von Volatilitätsprämien.
Value Builder
Dirk Stöwer und Martin Beckmann von Kontor Stöwer Asset Management steuern den KSAM Einkommen Aktiv (WKN: A0Q92X; mit +14,2% in drei Jahren mehr als die Vergleichsgruppe). Trotz seines Anleihenfokus konnte der Fonds bislang auch schwierige Phasen für diese Anlageklasse sehr gut bewältigen. Dazu haben der aktive Ansatz und der flexible Einsatz von Futures zur Portfoliosteuerung wesentlich beigetragen. Die Aktienquote liegt in der Regel in der Bandbreite zwischen 25% und 30%. Hier stehen Value Builder im Fokus, also Unternehmen, die niedrig verschuldet sind, hohe Kapitalrenditen generieren und ein Geschäftsmodell aufweisen, das durch einen wirtschaftlichen Burggraben geschützt ist. Zu den Top-Holdings zählt auch Xetra Gold.
Renditestarker Defensivfonds
Der von Dr. Holger Schmitz, einem dezidierten Kritiker der Gemeinschaftswährung Euro und staatlicher Verschuldungsorgien, gelenkte Schmitz & Partner Global Defensiv (WKN: A0M1UL; +18,8% in drei Jahren und damit mehr als die Peergroup) setzt schwerpunktmäßig auf Aktien außerhalb des Euroraums (42,9%) und Edelmetalle (24,7%). Zu den Top-Titeln zählen das Edelmetall-Streaming-Unternehmen Wheaton Precious Metals und der Schweizer Pharmakonzern Novartis. Zudem wird aktuell eine signifikante Cashquote (21,3%) gehalten, die bei Kursrückgängen zu einem ermäßigten Einstieg genutzt werden kann.
Fokus Sachwerte
Der SOLIT Wertefonds (WKN: A2AQ95; +19% in drei Jahren und damit mehr als die Wettbewerber) verfolgt einen strikt sachwertorientierten Ansatz. Innerhalb bestimmter Zielkorridore werden die Anlageklassen je nach Marktlage sehr flexibel angepasst. Neben physischen Edelmetallen (aktuell: 29%) spielen Minenaktien wie Kinross Gold, aber auch Titel aus anderen Branchen wie Versorger (u.a. Italgas) eine wichtige Rolle. Bei steigendem Fondsvolumen ist eine weitere Diversifikation in Anlageklassen wie Immobilien, Land und Diamanten geplant.