Der wahre Preis für Gold

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Kolumne

Gastbeitrag von Thomas Bartling, CONCEPT Vermögensmanagement

Alles hat seinen Preis, so sagt man, und in unserer Gesellschaft bestimmen Angebot und Nachfrage den Marktpreis für ein Gut. In der Finanzwelt ist bekannt, dass Geld langfristig gegen die Realgüter abwertet und damit an Kaufkraft verliert, obschon Menschen immer wieder an einen nachhaltigen Wert von Geld glauben und über Jahre daran festhalten (Sparbuch, Kontoguthaben). Geld, welches über Generationen und Krisen hinweg gegen diesen Kaufkraftverlust schützt, heißt Gold.

Die Frage der Bewertung
Die Frage, die sich zu jeder Zeit stellt, ist die nach der Bewertung des Goldpreises. Die Goldbugs unter uns sind sich im Grunde genommen immer einig darüber, dass Gold unterbewertet sei – schon gar in Krisenzeiten. Ein steigender Goldpreis signalisiert ein steigendes Sicherheitsbedürfnis, und wenn die Angst am größten ist, erreicht das Gold ein Hoch, um dann am Ende auch zu fallen. So war es im September 2008 mit der Pleite von Lehman Brothers; so ist es ganz aktuell inmitten der Corona-Pandemie. Im Markt entstehen dann zahlreiche Schieflagen, sodass Investoren gezwungen sind, schlussendlich dann auch ihr stärkstes Asset zu liquidieren. Wie aber könnten Anleger nun beurteilen, ob Gold teuer oder günstig ist, und zu einer Einschätzung des aktuellen Preisniveaus gelangen?

Dow-Gold-Ratio
Eine Idee ist es, Gold mit einem anderen wichtigen Sachwert zu vergleichen – an dieser Stelle mit der Ikone der Aktienmärkte, dem amerikanischen Leitindex Dow Jones. Wie viele Unzen Gold kaufen einen Anteil Dow Jones? Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass eine Unze Gold vor 50 Jahren 35 USD kostete und der Dow Jones bei 772 Indexpunkten notierte. Vor 50 Jahren gab es noch den Goldstandard – die Koppelung der Geldmenge an den Goldbestand. Es wurden also 22 (772/35) Unzen Gold benötigt, um den Dow Jones zu kaufen. Interessanterweise ist dies exakt das Preisniveau, welches sich auch im Spätsommer 2018 erneut eingestellt hat, um sich dann allerdings mit Aufkommen von Rezessionsängsten zu verändern. Seitdem wertet Gold gegen die Aktienmärkte auf; inmitten der Krise müssen nur noch 14 Unzen als Preis für den Dow Jones eingesetzt werden. Wenn es noch heftiger kommen sollte, könnten die Extremwerte aus Herbst 2011 (6 Unzen Gold kaufen einen Anteil Dow) noch einmal angelaufen werden. Das wäre bei einem Goldpreis von beispielsweise 2.500 USD/Unze und einem Dow-Jones-Stand von 15.000 Punkten der Fall.

Kombination von Aktien und Gold
Obige Abb.zeigt, dass sich beide Assets in langen Zyklen mit Hoch- und Tiefpunkten abwechseln. Beim Platzen der Internetblase gab es ein anderes Extrem: Es wurden 44 Unzen Gold benötigt, um einen Dow-Jones-Anteil zu erwerben. Gold war zu diesem Zeitpunkt massiv unterbewertet. Für den Anleger bedeutet dies übergeordnet, dass es am besten scheint, immer in beiden Anlagen investiert zu sein. So kann es gelingen, die großen Ausschläge zu glätten. Eine Kombination der Assets Aktien und Gold dürfte das unverzinste Kontoguthaben auch zukünftig um Längen schlagen.

Thomas Bartling, 56, studierte Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Informatik an der Universität Bielefeld, um im Anschluss zunächst im Finanzmanagement eines Medienkonzerns zu arbeiten. Seit nunmehr zwei Jahrzehnten in der Finanzdienstleistung verantwortet er heute das Portfolio des Publikumsfonds CONCEPT Aurelia Global (WKN: A0Q8A0), initiiert von CONCEPT Vermögensmanagement aus Bielefeld. Das 1997 von Beratern der Deutschen Bank gegründete Unternehmen ist zu 100% eigentümergeführt und gehört zu den ersten Mitgliedern im Verband unabhängiger Vermögensverwalter. Bartling wurde 2008 vom Axel Springer Verlag als Finanzberater des Jahres in Deutschland ausgezeichnet.

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