„Die dritte industrielle Revolution“

Zwei Krisen, die voneinander nicht zu trennen sind: Knappe und teure Energie lässt die Preise explodieren und lähmt die Wirtschaft. Der durch die Verbrennung von Kohle und Öl verursachte Klimawandel bedroht die Zukunft der Menschheit. Wir brauchen deshalb eine „dritte industrielle Revolution”, so der Wirtschaftsprofessor, Politikberater und Bestsellerautor Jeremy Rifkin in seinem neuen Buch. Deutschland als führendes Land bei der Nutzung regenerativer Energiequellen soll Motor sein für eine nachhaltige Ökonomie ohne fossile Brennstoffe.

In der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts verwendeten die Menschen erstmals in großem Stil Kohle. Die als „Wirtschaftswunder” wahrgenommene zweite industrielle Revolution des 20. Jahrhunderts wurde angefeuert durch einen neuen Brennstoff, der billiger war und mehr Verwendungsmöglichkeiten bot: Rohöl.

Die aktuelle Finanzkrise, die wachsende Arbeitslosigkeit und die Schuldenexplosion sind nur Symptome dafür, dass auch dieses Zeitalter zu Ende geht. Ausgehend von der Annahme, dass die Energiegewinnung mit Wasserkraft, Sonne, Wind und Geothermie bald kostengünstiger als die Nutzung fossiler Brennstoffe sein wird, fordert Rifkin einen erneuten Umbau unserer Energieinfrastruktur, der für die nächsten 40 Jahre Wohlstand bringen soll. Im Zusammenwirken von Staat, Wirtschaft und Bürgern sollen dezentrale, regenerative Energiequellen ausgebaut und ein dem Internet ähnliches intelligentes Stromnetz geschaffen werden, Speicherung von Strom mittels Wasserstoff, Mobilität mit Elektro-Fahrzeugen. Eine optimistische Vision.