Filmbesprechung: „Die eiserne Lady“

Privatisierungen, soziale Ausgabenkürzungen und die Beschneidung des gewerkschaftlichen Einflusses zählen zu den Säulen ihres politischen Wirkens, das von Gegnern wie Anhängern naturgemäß unterschiedlich beurteilt wird.

In dem Thatcher-Biopic „Die eiserne Lady“ kommen die damit verknüpften sozialen Fragen zwar alle vor, im Mittelpunkt steht jedoch der Mensch Margaret Thatcher (Meryl Streep). Schon der Aufbau des Films spricht eine eindeutige Sprache. Thatchers Biografie, ihre beruflichen wie privaten Stationen werden uns als Erinnerungen einer an Demenz erkrankten alten Dame präsentiert. In (Selbst-) Gesprächen mit ihrem verstorbenen Mann Denis (Jim Broadment) blickt die „eiserne Lady“ auf ihr Leben zurück, beginnend mit ihren noch verbliebenen Kindheitserinnerungen. Es folgen ihr Einstieg in die Politik, der Aufstieg innerhalb der konservativen Partei und schließlich die Wahl zur Regierungschefin.

Thatchers nicht immer charmantes Machtkalkül und ihr berüchtigter Durchsetzungswille („I want the Falklands/my money back!“) werden von Oscar-Preis -trägerin Meryl Streep ebenso wie Thatchers zerbrechliche Seite im Alter mit großer Umsicht und Würde verkörpert. Ihre Mimik und Wortwahl sind so dicht am „Original“, dass man als Zuschauer schon bald den Hollywood-Star ganz vergisst. Leider bringt der Film abseits von Streeps erneut Oscar-verdächtigem Auftritt nicht allzu viel Neues hervor, und so bleibt es bei einer insgesamt kritischen, aber durchaus fairen Abarbeitung wichtiger Stationen einer zweifellos bemerkenswerten Politikerkarriere.