Fonds – Interview

Smart Investor im Gespräch mit Hans-Wilhelm Brand, HWB Capital Management

Smart Investor: Herr Brand, Sie nutzen beispielsweise im Fonds HWB Portfolio Plus ein Trendfolgesystem. Wie werden die Trends bzw. die Trendwechsel identifiziert? Welche Bedeutung haben unterschiedliche zeitliche Ebenen bei der Trendbestimmung?
Brand: Hierbei spielen stochastische Variablen eine genauso wichtige Rolle wie z.B. gleitende Durchschnitte oder die Auswertung von Hoch- und Tiefpunkten. Diese werden über drei Zeithorizonte (kurz-, mittel- und langfristig) ausgewertet und der Signalstärke entsprechend umgesetzt. Das Modell ist in den letzten Jahren dabei immer weiter hinter die Bedeutung unseres Stockpickings zurückgetreten. So haben wir die Fondsinvestitionen auf über 100 Einzelaktien ausgeweitet, deren Emittenten unseren hohen Ansprüchen an ihre fundamentale Stärke genügen. Die Auswertung der letzten Jahre zeigt, dass ein allein aus den für die HWB Fonds ausgesuchten Aktien bestehendes Aktienportfolio den Weltaktienmarkt fast immer schlagen konnte. Die Marktkrisen der letzten Jahre haben dennoch verdeutlicht, dass auch in Zukunft eine aktive Steuerung des Marktrisikos unerlässlich ist. In den HWB Fonds setzen wir dafür weiter Indexinvestments ein, wobei wir aus Kosten- und Transparenzerwägungen hochliquide Index-Futures ETFs vorziehen. Nur so konnten wir unsere Fonds beim letzten Börsencrash in den Jahren 2007/08 quasi wertstabil halten, als der Gesamtmarkt um über 40% abstürzte. Zusätzlich zur Fondsabsicherung nutzen wir die Indexkontrakte, aber auch zur Ausweitung der Investitionsbasis auf weitere interessante Anlagemärkte.

Smart Investor: Nach einem schwierigen Jahr 2011 erfolgte eine strategische Anpassung des Systems. Welchen Nutzen hat die Adjustierung für die Anleger gebracht?
Brand: Ab der zweiten Jahreshälfte 2013 generierte das System wieder eine positive Performance, nachdem wir dessen negativen Beitrag zuvor schon deutlich reduzieren und die Fondsentwicklung stabilisieren konnten. Die Erfahrungen aus 2010/11 haben uns vor allem eines gelehrt: Von fallenden Kursen profitieren zu wollen, ist in dem gegenwärtigen Marktumfeld eine gewagte Spekulation, von der wir uns seit Ende 2011 immer weiter distanziert haben. Anleger dürfen von uns erwarten, dass wir – solange das Marktumfeld von politischen Unwägbarkeiten geprägt ist – das Aktienrisiko der HWB Fonds bei negativen Markttrends grundsätzlich nur bis zur Höhe des tatsächlichen Aktienexposures absichern. Im Ergebnis sollten die HWB Fonds bei anhaltend fallenden Marktvorgaben wertstabil bleiben können. Dass wir bei Marktverlusten temporär massive Zugewinne erwirtschaften, wollen wir aufgrund der enormen Rückschlaggefahr bei sich plötzlich ändernden Marktvorgaben aber bis auf weiteres ausschließen.

Smart Investor: Welche Trends sind aktuell über die HWB Future Trend-Analyse auszumachen?
Brand: Für die meisten Aktienindizes haben wir derzeit Kaufsignale und sind entsprechend hoch in Aktien engagiert. Aufgrund der volatilen Situation stehen wir aber bereit, die Sicherung unserer Aktienbestände sofort wieder aufzubauen, sollte die Marktsituation bei entsprechenden Signalen eine solche Strategie erforderlich machen. Von einer anhaltenden Stärke des US-Dollar können unsere Fonds in der derzeitigen Aufstellung ebenfalls profitieren.

Smart Investor: Herr Brand, vielen Dank für das Gespräch.

Interview: Christian Bayer

Hans Willi Brand

Über Hans-Wilhelm Brand:
Hans-Wilhelm Brand ist diplomierter Betriebswirt und wechselte nach Stationen bei Merrill Lynch im Jahr 1993 als Niederlassungsleiter zu Prudential Bache, wo er u.a. den Aufbau des institutionellen Geschäfts betrieb. Im Februar 1997 gründete er schließlich HWB Capital Management.