Fonds – Analyse

Gastbeitrag von Volker Schilling, Greiff capital management AG

Auffallend viele Aushängeschilder der europäischen Wirtschaft weisen einen privaten Großaktionär auf oder sind inhaberdominiert. Was liegt daher näher, gezielt nach diesen Unternehmen zu suchen und sie zum zentralen Element eines europäischen Aktienfonds zu machen? Einer, der dies bereits seit dem Jahre 2007 erfolgreich umsetzt, ist der H & A Unternehmerfonds Europa.

Klare Grundsätze
Die Glaubensgrundsätze des Hauck & Aufhäuser-Fonds sind ganz klar: In Zeiten der Diskussionen um Managergehälter, Eigenkapitalrenditen und Denken in Quartalsberichten erscheint es mehr denn je sinnvoll, Investitionen in Aktiengesellschaften zu tätigen, die von ihren Eigentümern kontrolliert werden. Nach Ansicht von Fondsmanager Riehm sind dies börsennotierte AGs mit einem privaten Großaktionär, der mindestens 25% der Stimmrechte hält bzw. bei Gremienpräsenz mindestens 20%. Diese Inhaber, welche „ihr“ Unternehmen selbst führen oder überwachen, legen mehr Wert auf eine langfristige und zukunftsorientierte Unternehmensstrategie. Seine These: „Inhaberkontrollierte Aktiengesellschaften arbeiten risikobewusster, fokussierter und nachhaltiger in ihren jeweiligen Märkten und konnten dadurch in den letzten 20 Jahren nachweislich überdurchschnittliche Erfolge erzielen.“

Fokus Westeuropa
Zunächst konzentriert sich Riehm auf westeuropäische Unternehmen. Circa 550 Werte bilden sein Universum von inhaberdominierten börsengehandelten Firmen. Mittels eines eigens entwickelten Scoring-Verfahrens bewertet er die Titel nach klassischen Bewertungs-, Wachstums- und Qualitätskennziffern. Nach dieser quantitativen Analyse erfolgt eine qualitative Analyse der circa 100 besten Titel. Dabei legt Manager Riehm besonders Wert auf die Beurteilung des Geschäftsmodells und einer Prognose der Gewinnentwicklung der kommenden drei bis fünf Jahre. Daraus leitet er ein „faires“ Kursziel ab. Diese zweite Stufe überleben 30 bis 50 Einzelwerte, aus denen er sein Portfolio aus mindestens 30 Werten zusammensetzt. Dabei ist der wesentliche Treiber für die Gewichtung der Titel der Abstand zwischen aktuellem Kurs und berechnetem fairem Wert. Dieser valueorientierte Ansatz führt zu einem Kernportfolio, das je nach Markteinschätzung um Werte mit defensiverem oder offensiverem Geschäftsmodell ergänzt wird. Innerhalb der gängigen Vergleichsgruppe der europäischen Aktienfonds hat es der Fonds geschafft, den Vergleichsindex Euro STOXX 50 seit Auflegung 2007 um beachtliche 30% zu übertreffen. Aber auch in der kleinen Vergleichsgruppe der Unternehmerfonds, die lediglich aus sechs Einzelfonds besteht, nimmt der H & A Unternehmerfonds Europa in den vergangenen 12 Monaten eine Spitzenposition ein. In den vergangenen fünf Jahren steht eine jährliche Wertentwicklung von über 12% zu Buche.

Fazit
Handelnde Personen sind absolut integer und Spezialisten bei der Bewertung von inhabergeführten Unternehmen. Sowohl die Philosophie als auch der Prozess sind klar definiert und führen zu einem Portfolio mit nachweisbaren Erfolgen. Die Performance überzeugt, darf jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass auch die inhaberdominierten Werte Aktienkursschwankungen unterliegen, die in Stressphasen heftig sein können. Wer die unternehmerische Denke teilt, der hat aber mit dem H & A Unternehmerfonds Europa einen sehr guten Baustein für sein Aktienportfolio.

FONDS-SNAPSHOT
WKN: A0MNUN
Fondsmanager: Volker Riehm
Volumen: 23,4 Mio. EUR
Auflegungsdatum: 02.05.2007
Typ: Aktien Europa

Über Volker Schilling:

Volker Schilling

Volker Schilling ist Gründer und Vorstand der Greiff capital management AG, einem unabhängigen Vermögensverwalter mit Sitz in Freiburg im Breisgau. Als Bankkaufmann, zertifizierter Finanzplaner und Co-Autor des Börsenbriefes DER FONDS ANALYST ist er gefragter Referent zum Thema Kapitalmärkte und Investmentfonds. Als Kapitalmarktstratege ist Schilling seit 1994 als Dozent an unterschiedlichen Akademien tätig.