Analyse

Zweifelsfrei ist der defensive der beiden Fonds des ehemaligen Kostolany-Weggefährten Dr. Holger Schmitz in der Morningstar-Vergleichsgruppe eher einer der offensiveren Fonds. Dafür spricht z.B. die Aktienquote, die nach dem Brexit auf mehr als 49% (max. 50%) stieg. Dabei muss der „SPGD“ stets im Zusammenhang mit seinem offensiven Pendant gesehen werden, denn Schmitz will mit beiden Fonds eine komplette Vermögensverwaltung anbieten, bei der sich der Anleger sein Depot entsprechend seiner Risikobereitschaft skalieren kann. So sind Schwellenländerthemen dem offensiven Fonds vorbehalten, während im SPGD Themen wie Edelmetalle ihren Platz zugewiesen bekommen. Aktuell sind über ZKB-Zertifikate jeweils gut 10% in Gold bzw. Silber investiert.

Reduzierter Anleihenanteil

Jürgen Dumschat, AECON Fondsmarketing GmbH
Jürgen Dumschat, AECON Fondsmarketing GmbH

Der Anleihenanteil – für defensive Mischfonds oft Grundstock der Allokation – wurde zuletzt auf knapp 8% heruntergefahren. Bei einem weltweiten Volumen negativ rentierender Staatsanleihen von inzwischen annähernd 10 Bio. EUR können Anleihen keine Sicherheit mehr bieten, die defensive Mischfonds nach wie vor mehrheitlich in diesem Segment suchen. Aktives Management und Konzentration auf gute Anlageopportunitäten sind gefragt. Beim Blick auf die Wertentwicklung erkennt man schnell, dass man auf diesen defensiven Vermögensbaustein bauen kann.

Besonders dieses Jahr spielte der SPGD seine Stärken aus. Der Einbruch vom Jahresanfang war bereits Ende März kompensiert. Im ersten Halbjahr rangierte der SPGD in seiner Vergleichsgruppe „Mischfonds defensiv Welt“ von über 300 Fonds auf Platz 1.

chart schmitzPer 07.07.16 lag der Fonds seit Jahresbeginn mit 9,3% im Plus. Damit läge er selbst unter den ausgewogenen Mischfonds deutlich über dem Durchschnitt. Während mancher Fonds mit dreistelligem Millionen- oder gar Milliardenvermögen über die mehr als acht Jahre seit Auflage des SPGD schlechtere Ergebnisse abgeliefert hat, verwaltet der SPGD gerade mal gut 13 Mio. EUR. Es reicht also offensichtlich nicht, Gutes zu tun – man muss auch darüber sprechen. Doch dies tat man bei Schmitz & Partner bislang vor allem im eigenen Kundenkreis.

Fazit

Neben der Würdigung bisheriger Entwicklungen sollten Anleger besondere Beachtung dem weitgehenden Verzicht auf rentenlastiges Management – wie bei der Mehrzahl der defensiven Mischfonds – widmen. Hier bietet der SPGD eine gute Alternative.

 

Jürgen Dumschat, Jahrgang 1955, ist gelernter Bankkaufmann und Marketing-Fachwirt. Seit 1988 ist die Investmentbranche sein  Betätigungsfeld, und von Anfang an hat er sich auf vermögens verwaltende Fonds spezialisiert. Mit seinem Pool, der AECON Fondsmarketing GmbH, betreut er  Finanz dienst leister auf hohem  Niveau. Als Sprecher des IVIF  (Interessen verbund vermögensverwaltender Investment-Fonds) und  Organisator der alljährlichen Hidden Champions Tour hat er sich als Protagonist des Segments „Vermögensverwaltende Fonds“ bundesweit einen Namen gemacht. In seinem Bestreben, Fonds aus Kundensicht zu beurteilen, entwickelte er die „Torment Ratio“, die ermittelt, ob das Schmerzensgeld (Performance) in Relation zu den Leiden des Anlegers („maximum drawdown“ und  „maximum underwater-period“) aus reichend dimensioniert ist.