Aktien Update – Apple Inc.

Apple (WKN 865985, akt. Kurs 91,16 EUR) hat wie kaum ein zweites Unternehmen auf dem Globus die Kunst der Produktpräsentation perfektioniert. In der vergangenen Woche war es wieder soweit: Das iPhone 7 erblickte das Licht der medialen Welt. Doch das ganze Tam-Tam führte nicht zur Entzückung im gewohnten Ausmaß. Genaugenommen führte die Präsentation in San Francisco eher zu Häme als zu Huldigung. In den sozialen Netzwerken dominierten die Ver„äpple“ungen des Unternehmens, und das nicht nur, weil die Bluetooth-Ohrhörer aussehen wie Austausch-Bürsten elektrischer Dentalhelfer.

Die Tech-Seite Giga.de führt dazu knapp aus: „Im schönsten Werbedeutsch rühmt Apple seine Geräte: iPhone 7 und iPhone 7 Plus verbessern jeden einzelnen Aspekt des iPhone-Erlebnisses und erreichen dabei einen neuen Grad an Innovation und Präzision, was es zum besten iPhone macht, das wir jemals gebaut haben“. Um anzumerken: „Verrät aber bereits: Hier wurde nichts neu erfunden, aber Apple hat überall geschraubt und gebastelt und die meisten Bauteile verbessert. Das gilt für beide Modelle, für das iPhone 7 mit 4,7 Zoll Bildschirmdiagonale genauso wie für das iPhone 7 Plus mit 5,5 Zoll Bildschirmdiagonale.“

Der Aha-Effekt ist also ausgeblieben – wieder einmal. Dafür rückt die Kunst des Weglassens in den Vordergrund: Nicht nur die Kopfhörerbuchse fällt weg, sondern auch das Topmodell der Apple-Watch. Hat jemand zuletzt etwas Bahnbrechendes vom iPad oder iPod gehört?

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SI-Kommentar:

Apple hat als wertvollster Konzern der Welt in den vergangenen Jahren Börsengeschichte geschrieben. Doch an der Börse wird nicht Nostalgie, sondern Zukunft gehandelt, und hier gibt es mittlerweile etliche Unsicherheiten. Die handfesten Probleme – Steuerstreit mit der EU, hohe Kosten für das Apple-Car ohne bislang erkennbare Strategie, das Fehlen neuer, zündender Produkte – scheinen dabei angesichts riesiger Cash-Berge das geringere Problem zu sein. Vielmehr geht der Nimbus verloren. Wie Giga.de ausführt: Es wird ordentlich gebastelt und optimiert, nur die Aura verflüchtigt sich dabei.

Apple als Ersatzreligion, für das Jünger Opfer brachten (tagelang für neue Produkte vor Stores campieren), technische Wunder preisten und Produkt-Präsentationen wie Hochämter gefeiert wurden – das war einmal. Klar, das nächste große Ding kann kommen, theoretisch. Die Apple Watch als Werkzeug, um den Gesundheitsmarkt umzukrempeln, das Apple-Car, das selbständig Passagiere befördert? Wohl kaum.

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