Aktien Update – LPKF Laser & Electronics AG

Die LPKF Laser & Electronis AG (WKN 645000, akt. Kurs 9,18 EUR) hat nach vorläufigen Zahlen im ersten Quartal Umsatzerlöse in Höhe von 24,5 Mio. EUR erzielt. Das ist eine Steigerung um 65% über dem allerdings außerordentlich enttäuschend verlaufenen Vorjahreszeitraum. Alle vier Segmente des LPKF-Konzerns hätten zum Umsatzwachstum beigetragen, lässt das Unternehmen wissen. Der Auftragseingang lag nach drei Monaten mit 29,2 Mio. EUR ebenfalls über den Vorjahreswerten (+52%). „Er war geprägt von einigen größeren Einzelaufträgen“ heißt es dazu in der Ad-hoc-Mitteilung. Auch der Auftragsbestand sei weiter gestiegen und erreichte zum 31. März 2017 einen Wert von 32,4 Mio. EUR (+ 83% zum Vorjahr). „Der Vorstand sieht in den positiven Quartalszahlen eine Bestätigung dafür, dass das Unternehmen auf dem avisierten Weg in Richtung Umsatzwachstum und Profitabilität gut voran kommt“, werden die Investoren maximal gestelzt informiert.

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SI-Kommentar

Als ein alter Tech-Bekannter aus Neue Markt-Zeiten haben noch viele Anleger LPKF auf dem Schirm, wie der Kurssprung um mehr als 13% auf die letztlich doch eher vage Meldung vom Freitag zeigt. Denn über die Ergebniszahlen des 1. Quartals wurde ja noch nichts mitgeteilt. Die Zielsetzung ist nach zwei Verlustjahren einstweilen bescheiden. Die Kosten habe man soweit im Griff, dass ab einem Jahresumsatz von etwa 90 Mio. EUR ein positives Ergebnis erreicht werden kann, lautet die Guidance. Für 2017 erwartet LPKF Umsatzerlöse in Höhe von 92 bis 100 Mio. EUR, also die Rückkehr in die Gewinnzone. Wie hoch der Ertrag bei Erreichen der Planungen ausfallen wird, lässt sich nur in einer sehr breiten Range erahnen, denn das Unternehmen selbst visiert EBIT-Marge von 1 bis 5% an.

Angesichts 22,3 Mio. ausstehenden Aktien wird das Unternehmen bei Kursen von knapp 9 EUR mit gut 200 Mio. EUR MarketCap bewertet, was nach zwei Jahren im Minus bei einem KUV von 2 durchaus ambitioniert zu nennen ist. In der KGV-Betrachtung setzt sich das fort, denn selbst für den Fall, dass die Guidance am oberen Ende erreicht werden sollte, sind kam mehr als einige Cent Gewinn pro Aktie zu erwarten. Hinzu kommt, dass der langjährige CEO Dr. Bretthauer angekündigt hat, seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern.

Auf der anderen Seite steht die ausgesprochen starke technische Stellung des Unternehmens, das gerade in der Labor- und Forschungsausrüstung mit Lasern Weltmarktführer ist. Sollte sich in den kommenden Wochen angesichts der neuen Produkte und Lösungen der Aufwärtstrend verfestigen, etwa durch Mitteilung über weitere größere Aufträge, könnte eine Anhebung der Prognose der Aktie ungeachtet des bereits hohen Niveaus der Notierung weiteren Auftrieb verschaffen.

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