Aktien-Update: United Internet AG

Die United Internet AG (WKN 508903, akt. Kurs 46,91 EUR) hat im ersten Halbjahr die Zahl der Kundenverträge, den Umsatz sowie die Ergebniskennzahlen verbessert. Die Zahl der kostenpflichtigen Kundenverträge wuchs um 530.000 auf 23,17 Mio. Die Umsatz- und Ergebniszahlen seien geprägt durch die Konsolidierung von Strato und Drillisch sowie durch positive Umstellungseffekte aus der erstmaligen Bilanzierung gemäß IFRS, teilte das Unternehmen mit.

Konkret stieg der Umsatz auf Konzernebene im 1. Halbjahr 2018 um 30,4% auf 2,548 Mrd. EUR. Das EBITDA stieg um 31,5% auf 565,5 Mio. EUR. Das EBIT stieg um 14,9% auf 373,8 Mio. EUR. Das Ergebnis pro Aktie sank um 5 Cent auf 0,91 EUR. „Ursächlich hierfür sind die stark angestiegenen Minderheitenanteile infolge der 33%-igen Beteiligung von Warburg Pincus am Geschäftsbereich „Business Applications“ sowie der 27%-igen Beteiligung von Minderheitsaktionären an der 1&1 Drillisch AG und somit am Geschäftsbereich „Consumer Access“. Hinzu kommen Abschreibungen wegen der Übernahmen. Ohne Abschreibungen wäre das Ergebnis pro Aktie auf 1,16 EUR gestiegen.

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SI-Kommentar: United Internet bestätigte die Prognose für das Gesamtjahr 2018 und rechnet unverändert mit einem mehr als 20%igen Umsatzanstieg auf ca. 5,2 Mrd. EUR, wobei das EBITDA mit dieser Entwicklung schritthalten soll. Diese Aussage gefiel den Investoren, weswegen die Aktie zunächst stark ansprang. Später rückte die Mitteilung in den Fokus, dass bei 1&1 Drillisch der Preiskampf im Billigsegment beim Mobilfunk zu spüren sei. Hier wurde der Forecast beim Wachstum an Vertragskunden zurückgenommen.

Somit ergibt sich ein uneinheitliches Bild. Offensichtich waren die Zahlen besser als von manchen Anlegern befürchtet, zumal das Gewinnwachstum zurückkehrte. Andererseits könnte das geringere Kundenwachstum bei Drillisch Vorbote der Entwicklung sein, dass United Internet mit einem strukturellem Wachstumproblem bei der Kundenakquise zu kämpfen haben wird.

Nachdem die Aktien von United Internet seit Jahresbeginn fast 20% verloren hatten – während der TecDax um gut 15% zulegte –  ist die Aktie mit einem KGV 2018e von 23 noch immer kein Schnäppchen, realistischen Kursen aber auch nicht mehr meilenweit vorausgeeilt. In der aktuellen Phase mit geringer Visibilität beim Kundenwachstum (und der Frage, wie viele Mittel pro neuem Kunden aufgewendet werden müssen) eine typische Halteposition. Neuinvests drängen sich derzeit nicht auf.

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