Aktien-Update: Daldrup & Söhne AG

Die Daldrup & Söhne AG (WKN 783057/ akt. Kurs 8,90 EUR), Bohrtechnik- und Geothermiespezialist, hat im ersten Halbjahr 2018 im Konzern trotz hoher Auslastung einen leichten Rückgang der Gesamtleistung auf 22 Mio. EUR (Vorjahr 22,8 Mio. Euro) hinnehmen müssen. Das operative Ergebnis (EBIT) hat sich auf 1,2 Mio. EUR (0,5 Mio. Euro) gesteigert. „Die Geschäftslage von Januar bis Juni 2018 war sowohl durch eine gute Auftragslage und Auslastung in allen Geschäftsbereichen als auch durch große, laufende Bohraufträge für Geothermieprojekte für die Stadtwerke München sowie in Belgien und der Schweiz geprägt“, teilt das Unternehmen mit.

Die Nachfrage nach Bohrdienstleistungen und nach schlüsselfertigen Geothermiekraftwerken sei von Investorenseite und von Kommunen weiter sehr rege. Der Auftragsbestand lag zu Ende September 2018 bei rund 62 Mio. EUR. „Damit ist der Daldrup-Konzern bis in das Jahr 2020 hinein ausgelastet“, heißt es weiter. Das Ergebnis pro Aktie beträgt 0,02 EUR.

Die Daldrup-Gruppe hat im Berichtszeitraum weitere Gesellschaftsanteile an der Kraftwerksgesellschaft Taufkirchen erworben und hält auf Konzernebene nun 55% der Anteile. Mit einer Eigenkapitalquote von 46,2% sieht sich Daldrup solide aufgestellt, obschon die Verbindlichkeiten durch die Finanzierung des Anteilskaufs der Aktivitäten um das Kraftwerk Taufkirchen auf gut 73 Mio. EUR angestiegen sind. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten hat der Konzern um 26,5% und damit deutlich auf 10,7 Mio. EUR zurückgeführt.

Link zur Meldung

SI-Kommentar: Daldrup arbeitet eigenen Angaben zufolge bei sehr guter Auslastung, doch die Ergebnisentwicklung kann man bislang nicht eben als durchschlagend bezeichnen. Schon im vergangenen Jahr hatten Investoren auf mehr Fortschritte gehofft und den Kurs zu Jahresbeginn auf bis zu 13,50 EUR in die Höhe getrieben. Das war angesichts der vorgelegten Zahlen voreilig, weswegen die Notierung wieder in den einstelligen Bereich zurückgekommen ist.

Stellt sich nunmehr die Frage, ob die aktuelle Entwicklung mehr Ertragserfolg verspricht. Dafür gibt es einige Hinweise. Das Geothermiekraftwerk Taufkirchen steht nach der Inbetriebnahme des ersten Verdampfers und dem Beginn der Stromproduktion vor der zweiten Stufe der planmäßigen Leistungssteigerung. Das Kraftwerk wird ab Frühjahr 2019 wesentliche Beiträge zum Konzern-Cash-flow leisten, verspricht das Unternehmen. Das Geothermiekraftwerk Landau hat im ersten Halbjahr 2018 mehr Strom produziert als erwartet und beinhaltet weiteres Potenzial. Das nächste eigene Kraftwerksprojekt stehe mit der neu erteilten Konzession für das Aufsuchungsfeld im Claim Neuried im Oberrheingraben in den Startlöchern. Daldrup bestätigt ausdrücklich die Prognose für das Geschäftsjahr 2018 mit rund 40 Mio. EUR Gesamtleistung bei einer EBIT-Marge zwischen 2% und 5%.

Zum Auftragsbestand von rund 62 Mio. EUR bestehe noch eine weitere Auftragspipeline von insgesamt 105 Mio. EUR, über die derzeit verhandelt werde, wobei Daldrup eine hohe Wahrscheinlichkeit für Abschlüsse unterstellt. Aufmerken ließ ein Auftrag für Bohrungen für die Endlagersuche der NAGRA, das ist die Schweizer Genossenschaft zur Endlagerung von Atommüll. In diesem Aufgabenfeld erwartet Daldrup europaweit steigende Nachfrage. Fazit: Noch ist die Visibilität nicht ausreichend, vieles deutet aber darauf hin, dass Daldrup nunmehr die Profitabilität tatsächlich stark steigern und dann sehr schnell in eine attraktive Bewertung wachsen kann. Somit hat das Papier einen Platz auf der Watchlist für Nebenwerte verdient.

⇐ Zum letzten Aktien-Update    Zum nächsten Aktien-Update ⇒