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Werterhalt in der Krise

Wiederholt sich die Geschichte? Seit Anfang des 20. Jahrhunderts haben sich mehrere große Wirtschaftskrisen ereignet und ihren Weg in die Geschichtsbücher gefunden. Obwohl sie unterschiedliche Auslöser hatten und nur bedingt vergleichbar sind, war ihnen meistens ein Problem gemeinsam: eine hohe Verschuldung. Nehmen wir die Hyperinflation in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg. Die durch enorme Kriegsausgaben und Reparationszahlungen verursachte Verschuldung führte zu einer Hyperinflation des Geldes. Am Ende wurde ein neues Währungssystem eingeführt.

„Die Buffetts der Welt“

Smart Investor: Herr Burgbacher, Sie investieren in die „Warren Buffetts dieser Welt“. Wo und wie finden Sie die für das Fondsportfolio passenden Gesellschaften? Burgbacher: Entsprechende Datenbanken gibt es dafür keine. Was mir hilft, die passenden Gesellschaften zu finden, sind vor allem meine knapp 30 Jahre Börsenerfahrung, Neugier und Leidenschaft für das Thema. In Summe habe ich 500 Beteiligungsunternehmen recherchiert; davon kommen für den AFB ca. 350 infrage. Aktuell befinden sich etwas über 100 Unternehmen in der engeren Auswahl und etwa ein Drittel davon ist immer im Fondsportfolio allokiert.

„Die defensive Ausrichtung hat geholfen, Verluste zu minimieren“

Smart Investor: Das Portfolio aus Basisinfrastrukturaktien im BANTLEON SELECT INFRASTRUCTURE (WKN: A2PH94) ist besonders defensiv konstruiert. Haben sich die Titel während der coronabedingten Börsenpanik als Safe Haven erwiesen?           Reisch: Die defensive Ausrichtung hat uns tatsächlich geholfen, Verluste gegenüber dem breiten Markt, aber auch gegenüber den globalen und europäischen Sektorenbenchmarks zu minimieren. Für diese Ausrichtung sind mehrere Stellschrauben essenziell. So können wir im Fonds die Sektoren Versorger, Telekommunikation und Transport aktiv steuern. Innerhalb dieser Sektoren setzen wir über aktives Stock Picking auf Qualitätstitel mit starken Bilanzen. Bewährt hat sich unser Fokus auf Versorger mit Schwerpunkt erneuerbare Energien und Telekommunikationsinfrastruktur-Unternehmen, die als defensiv gelten. Seit Oktober 2019 waren wir im Fonds mit 80% des Portfolios in diesen beiden Sektoren positioniert und mussten deshalb in der Krise nicht überstürzt reagieren. Sehr geholfen hat uns auch die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskomponenten, die sich erwartungsgemäß risikoreduzierend ausgewirkt haben; in Versorger, die mehr als 50% ihres Energiemix aus fossilen Brennstoffen generieren, investieren wir gar nicht. Der generelle Ausschluss von Öl- und Gasunternehmen hat sich mit Blick auf die Kombination von COVID-19 und dem extrem starken Rückgang des Ölpreises ebenfalls positiv auf die Performance ausgewirkt.

Rückkehr der Jedi-Ritter

Stellen Sie sich vor, die Wirtschaft liegt mehrere Wochen fast brach, das gesellschaftliche und somit auch wirtschaftliche Leben wird auf mehrere Monate stark eingeschränkt, und es interessiert den Kapitalmarkt nach kurzer Zeit kaum noch. Bei einer Revision der Gewinnprognosen nach unten lägen viele Aktienpreise relativ gesehen zum Gewinn pro Aktie nun sogar über dem Niveau von Anfang 2019 – dies gilt insbesondere für US-Aktien. Würden Sie in diesem Fall investieren? Einer tut es: die US-Notenbank. Dieser gute Jedi-Ritter da draußen fängt die Strauchelnden auf. Er möchte sie alle retten: ob solide oder auch vor Corona schon fast insolvent. Die Fed verkündete vor Ostern, weitere Liquidität in den Markt zu geben und u.a. auch Anleihen-ETFs zu kaufen. Sie schließt ausdrücklich Anleihen von Unternehmen geringer Bonität ein, sogenannte High-Yields.

„Mining war nicht mehr sexy“

Smart Investor im Gespräch mit Dana Kallasch, Commodity Capital AG, über Chancen bei Junior-Minen und die Wichtigkeit von ESG-Aspekten bei Rohstoffunternehmen Smart Investor: Der Erfolg von Investments in Minenaktien war zuletzt auch davon abhängig, ob sie im Sektor der Basis- oder Edelmetalle tätig waren. Wie sehen Sie das große Bild in der Branche?                                                     Kallasch: Der wesentliche Treiber für den Bedarf an Basismetallen ist nicht nur die globale Bevölkerungszunahme, sondern auch der Wandel der bestehenden Bevölkerung. In vielen Schwellenländern erwächst aus einer ursprünglich armen Bevölkerung eine neue Mittelschicht, die verstärkt hochwertige Güter nachfragt. Der zunehmende Verbrauch an Rohstoffen wird durch diesen Wandel bestimmt. Von Investoren wurde das lange ignoriert, Mining war nicht mehr sexy. Es gab kaum Investoren für die Minen.

Analyse – Seilern Global Trust

Die Antwort auf die Frage, wie ein solcher Fonds in Deutschland lange Zeit unbemerkt bleiben kann, vorweg: Seilern Investment Management Ltd. ist eine österreichstämmige Boutique mit Sitz in London, die den Fonds bereits 1998 speziell für einige österreichische Mandanten aufgelegt hatte. Die Aktivitäten der in London ansässigen Gesellschaft konzentrierten sich jedoch vor allem auf den britischen Markt, obwohl bereits seit Längerem eine Zulassung für den deutschen Retailvertrieb existiert.

Der wahre Preis für Gold

Kolumne Alles hat seinen Preis, so sagt man, und in unserer Gesellschaft bestimmen Angebot und Nachfrage den Marktpreis für ein Gut. In der Finanzwelt ist bekannt, dass Geld langfristig gegen die Realgüter abwertet und damit an Kaufkraft verliert, obschon Menschen immer wieder an einen nachhaltigen Wert von Geld glauben und über Jahre daran festhalten (Sparbuch, Kontoguthaben). Geld, welches über Generationen und Krisen hinweg gegen diesen Kaufkraftverlust schützt, heißt Gold.

Fixe Verzinsung statt Aktienengagement?

Vermutlich jeder lang gediente Aktionär kennt es: das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts für den DAX. Die Botschaft ist einfach: Wer langfristig genug an der Börse investiert, dem winkt im langfristigen Durchschnitt eine jährliche Performance von bis zu 10%. Als rationaler Entscheider scheint damit eine Aktienquote von 100% gesetzt. Aber ist es wirklich so einfach? Teil der Wahrheit ist auch, dass in einem breit gestreuten Aktienportfolio temporäre Verlustphasen zu überbrücken waren – dies ohne Gewissheit, wann die temporären Kursverluste wieder aufgeholt sein würden, selbst wenn die Fundamentaldaten weiterhin für dieses Investment sprachen.

Minuszinsen vernichten Wohlstand

Immer mehr Sparer zahlen für ihre Geldanlage drauf. Mit rationalen Prinzipien ist dies nicht vereinbar, sondern es ist das Ergebnis staatlichen Zwangs. Jetzt ist auch noch unser Bargeld in Gefahr. Würden Sie dauerhaft arbeiten und dafür auch noch Geld bezahlen? Würde ein Unternehmen seine Waren nicht nur verschenken, sondern den Kunden obendrein etwas dazuzahlen? Sicher nicht.

„Die nordischen Volkswirtschaften sind gut aufgestellt“

Smart Investor: Herr Apel, welches sind die besonderen Charakteristika des nordischen High-Yield-Markts hinsichtlich Volatilität und Liquidität? Hagen-Holger Apel: Die Spreads vieler nordischer Anleihen sind deutlich größer als in den europäischen oder US-amerikanischen Indizes. Gleichzeitig war die Volatilität am nordischen High-Yield-Markt in den letzten Jahren geringer als an den europäischen und US-amerikanischen Märkten. Dies könnte zum Teil auf den Mangel an liquiden Indexinstrumenten für den Gesamtmarkt sowie auf kaum vorhandene CDS für die meisten Titel zurückzuführen sein. Aber es gibt auch einige strukturelle Aspekte, die zur Stabilität des Markts beitragen. Dazu gehören das Fehlen von ETFs und die Tatsache, dass institutionelle Anleger den Großteil der gesamten Anlegerbasis ausmachen.

Jenseits der Mainstream- Saisonalität

Den wenigsten Anlegern ist bekannt, dass auch Einzelaktien saisonale Verläufe aufweisen. Der Chart zeigt Ihnen dies anhand der Silbermine Pan American Silver. Es handelt sich um keinen gewöhnlichen Chart des Kursverlaufs – vielmehr weist der saisonale Chart den typischen jahreszeitlichen Verlauf aus, gemittelt aus den Erträgen der vergangenen 24 Jahre. Wie zu sehen ist, stieg der Kurs von Pan American Silver im Durchschnitt von Mitte Januar bis Mitte Februar um fast 10%. Der Kursgewinn in dieser gerade einmonatigen Phase war somit deutlich höher als der gesamte Jahresgewinn der Aktie! Wie kommt es zu diesem nachhaltigen Anstieg in kurzer Zeit? Mutmaßlich ist dies im Produkt begründet: Silber, Platin und Palladium weisen in den ersten beiden Monaten des Jahres eine sehr feste Saisonalität auf. Sie steigen dann deshalb so stark, da viele industrielle Verarbeiter ihre Kaufaufträge vermehrt zum neuen Geschäftsjahr platzieren, wenn die Jahresplanung abgeschlossen ist und die Bücher für neue Orders offen sind.

„Wir wollten Risikomanager werden“

Interview „Wir wollten Risikomanager werden“ Smart Investor im Gespräch mit Martin Weinrauter, Grohmann & Weinrauter VermögensManagement GmbH, über Risikomanagement und die Investmentstrategie des AIRC BEST OF U.S. (WKN: A1W2BT) Smart Investor: Herr Weinrauter, Sie haben sich vor mehr als 28 Jahren gemeinsam mit Herrn Grohmann als einer der ersten bankenunabhängigen Vermögensverwalter in Deutschland selbstständig gemacht. Was war der Grund für diesen Schritt?             Weinrauter: Wir wollten – nach den Erfahrungen des vierten Quartals 1987 – Risikomanager werden. Das Ziel war, niemals wieder ohne klaren Plan in Marktphasen zu gehen, in denen die Kurse tiefer und länger fallen, als man dies im täglichen Börsenalltag gewohnt ist. So etwas wie Risikomanagement gab es damals nicht, jedenfalls nicht im Privatkundengeschäft.

Prévoir Perspectives

Gastbeitrag von Patrick Wittek, Fonds Laden GmbH Mehr Vola wagen Der Prévoir Perspectives hat seinen Schwerpunkt auf Small- und Micro Caps aus Euroland und kann temporär höheren Schwankungen unterliegen als die Kurse von größer kapitalisierten Unternehmen – „aber was soll’s“, sagt sich der langjährig erfahrene und mehrfach ausgezeichnete Fondsmanager Armin Zinser. Er sieht Phasen erhöhter Volatilität eher als Chance denn als Risiko. „Volatilität kann auch positiv sein“, befindet der gebürtige Schwabe, der seinen Lebensmittelpunkt in Paris hat, mit Deutschland aber eng verbunden ist.

Veränderung liegt in der Luft

Gastbeitrag von Mike Judith, DNB Asset Management Outlook 2020 2019 war ein anspruchsvolles Jahr für Anleger; Unsicherheiten und Fragezeichen sind nicht kleiner geworden. Welche Trends und Möglichkeiten zeichnen sich unter den gegebenen Rahmenbedingungen für 2020 ab? Das beherrschende Thema wird weiter ESG sein. Der Markt für Green Bonds beispielsweise wächst schneller denn je – 2019 wird mit einem prognostizierten Gesamtemissionsvolumen von 230 Mrd. bis 250 Mrd. USD zu einem erneuten Rekordjahr.

„Basisinfrastruktur bietet hohes langfristiges Wachstum“

Smart Investor: Aus welchen Gründen ist ein Investment in Basisinfrastruktur für Anleger interessant?  Reisch: Basisinfrastruktur, die u.a. die Bereiche Strom-, Wasser- und Energieversorgung sowie Transport und Verkehr umfasst, ist für das Wachstum einer Volkswirtschaft von entscheidender Bedeutung. Laut einer Studie von McKinsey werden bis ins Jahr 2035 jährlich etwa 3% bis 4% des globalen BIP in Infrastrukturmaßnahmen fließen.