Banpu Public Company Limited (Thailand)

Umweltschützer verdrehen schon mal die Augen, wenn es um Kohlekraftwerke geht. Doch das Wachstum vor allem in Asien wird zuvorderst mit Kohle befeuert. Banpu Public Ltd. zählt zu den großen Kohleproduzenten in Südostasien mit etwa 4% Weltmarktanteil. Vieles deutet darauf hin, dass Banpu besonders vom Boom in der Region profitiert, zumal nun mit einer Akquisition der Einstieg in Australien geglückt ist.

Kohle aus Indonesien und China
Banpu wurde 1980 von zwei thailändischen Industriellenfamilien gegründet und betrieb zunächst drei Kohleminen in Thailand. Der Betrieb in diesen drei Minen wurde im vergangenen Jahr eingestellt. Banpu, das 1989 mit einem IPO an die thailändische Börse ging, hatte rechtzeitig eine räumliche Differenzierung vorgenommen und betreibt nun fünf Minen in Indonesien und drei in China, wobei der Anteil an der chinesischen Betreibergesellschaft 75% beträgt. Im Mai 2010 gelang der jahrelange angestrebte Sprung nach Australien, indem 14,9% von Centennial Coal akquiriert werden konnten. Ohne den australischen Anteil betrugen die nachgewiesenen Kohlereserven von Banpu zum Jahresanfang 600 Mio. Tonnen, die möglichen Ressourcen wurden mit 2,2 Mrd. Tonnen angegeben.

Strom aus Thailand, China und demnächst Laos
Daneben ist Banpu als Kraftwerksbetreiber in Thailand und China aktiv. Am Ratch Power Plant (4,3 MW) ist Banpu mit 15% beteiligt, an BLCP Power (1,4 MW) beträgt der Anteil 50%. 2006 erfolgte die Expansion nach China. Über die Tochter Banpu Power Investment betreibt das Unternehmen drei Kohlekraftwerke in Nordchina, die über eine elektrische Leistung von 250 MW und eine Heizleistung von 800 tph verfügen, die an regionale Kunden vor Ort verkauft werden. Aktuell befindet sich ein 1,9 MW-Projekt in Laos im Bau, das 2015 ans Netz gehen soll.

Gute Zahlen für 2009
Banpu erzielte im Geschäftsjahr 2009 einen Gewinn von umgerechnet 320 Mio. EUR (+54% gegenüber Vorjahr) und verkaufte dabei 21,1 Mio. Tonnen Kohle. Für das laufende Jahr strebt Banpu den Verkauf von mehr als 23 Mio. Tonnen an – ohne die chinesischen Minen. Diese Steigerung um 2 Mio. Tonnen wurde bereits im 1. Quartal realisiert, in dem das Unternehmen den Absatz von 4 auf 6 Mio. Tonnen schraubte. Der Gewinn indes brach ein, da der durchschnittliche Verkaufspreis niedriger lag und Abschreibungen auf Terminkontrakte vorgenommen werden mussten. Zudem fiel die Dividendenzahlung für die Energiebeteiligungen gering aus, da die Ratch-Anlage wegen Revisionsarbeiten zwei Monate lang stillgelegt worden war. Für das laufende Jahr rechnen Analysten etwa der RBS oder Asia Plus Securities mit einem Umsatzwachstum von mehr als 20%.

Wie stark das Gewinnwachstum ausfällt, hängt in erster Linie von der Entwicklung des Kohlepreises ab. Banpu hat 45% der angestrebten Jahresproduktion von 23 Mio. Tonnen zu festgelegten Preisen bereits verkauft, weitere 20% sind an Indexentwicklungen preislich gekoppelt, bei den restlichen Mengen würden Preissteigerungen gewissermaßen voll zum Tragen kommen – mit dem Risiko auch fallender Notierungen. Das US-Handelsministerium rechnet für das laufende Jahr mit einem Rückgang der Kohleförderung um 5% in den USA. Nicht zuletzt deshalb kalkuliert die Mehrheit der Analysten mit einem deutlichen Preisanstieg. Banpu hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass man Mengenausweitungen auf der Kostenseite sehr gut managen kann. Bei Preisen um 15 EUR pro Aktie errechnet sich bei 20%igem Gewinnwachstum ein KGVe für 2010 von 9,8. Damit wird Banpu mit einem Abschlag von 30% bis zu 80% gegenüber anderen Kohleproduzenten der Region gehandelt.

Wichtiger Schritt nach Australien
Banpu hat für den 14,9%-Anteil an Centennial 252 Mio. USD bezahlt, also 4,2 USD pro Tonne. Ein in den Augen der RBS-Analysten sehr guter Preis, da andere Unternehmen in der Vergangenheit teilweise mehr als 9 USD/Tonne für den Markteintritt in Down Under aufgewendet haben. Offenbar wählte das Banpu-Management den idealen Zeitpunkt, denn die Steuerpläne der australischen Regierung – die ab 2010 lieber die tatsächlichen Gewinne höher besteuern möchte statt Schürfrechte zu erheben – haben viele Investoren verunsichert, so dass überhaupt kaum Verkäufer auftraten. Centennial ist der größte konzernunabhängige Kohleproduzent in Australien mit neun Minen in New South Wales. Mit zuletzt 20 Mio. Tonnen Jahresproduktion ist Centennial nur unwesentlich kleiner als Banpu. Das Unternehmen weist Reserven von 400 Mio. und Resourcen von 2,4 Mrd. Tonnen aus. Es ist davon auszugehen, dass Banpu den Anteil kontinuierlich aufstocken wird – so wie man es bei den chinesischen Beteiligungen gemacht hatte.

Wachstumsschub 2011 absehbar
Für 2011 ist ein weiterer Wachstumsschub bei Banpu zu erwarten. Zunächst sollte dann die Bharinto-Mine auf Sumatra, deren Produktion im Frühjahr angelaufen ist, für weitere Mengensteigerungen sorgen. Für das laufende Jahr sind lediglich 200.000 Tonnen Produktion eingeplant. Ähnliches gilt für die Gaohe-Mine in China. Überhaupt sind die drei chinesischen Minen in der aktuellen Planung nicht berücksichtigt, so dass sich hier ein Upside-Potenzial von bis zu 4 Mio. Tonnen ergibt. Da es sich um drei große Vorkommen mit zusammen 300 Mio. Tonnen an nachgewiesenen Reserven handelt, verfügt Banpu hier über markante Steigerungspotenziale. Schließlich ist zu erwarten, dass der Anteil an Centennial 2011 aufgestockt wird, wie das Management ohnehin betont, stets nach geeigneten Akquisitionen Ausschau zu halten. Mit 600 Mio. USD an liquiden Mitteln (31.12.09) bei gleichzeitig geringer Verschuldung ist Banpu dabei jederzeit handlungsfähig.

Fazit
Wer von der weiteren Erholung der Weltwirtschaft und insbesondere hohen Steigerungsraten in Asien ausgeht, findet in Banpu einen vielfach interessanten Wert: Das Management verfügt über einen hervorragenden Track Record, die heutigen Reserven reichen selbst bei Steigerung der aktuellen Produktion um 50% noch mindestens 20 Jahre, das Unternehmen ist hoch profitabel und dennoch mit einem KGV 2010e von 9,8 deutlich preiswerter als vergleichbare Unternehmen.