Aktien-Update – Manz*

Ein Mehrjahreshoch nutzen Vorstände gerne für Kapitalmaßnahmen. So war es nun auch beim schwäbischen High-Tech-Maschinenbauer Manz (WKN A0JQ5U, aktueller Kurs: 63,69 EUR). Vorstand und Gründer Dieter Manz wollte schon länger die bislang noch überschaubare Batterie-Sparte mittels Zukäufe stärken. Zu diesem Zweck gab man vergangene Woche neue Aktien im Gesamtwert von knapp 27 Mio. EUR heraus. Die Kapitalerhöhung konnte dabei innerhalb weniger Stunden bei Investoren platziert werden. Den üblichen Abschlag holte das Papier noch am gleichen Tag komplett wieder auf – ein extrem bullisches Zeichen. Allein seit den Sommermonaten konnte sich die Manz-Aktie mehr als verdoppeln. Nachdem bereits im zweiten Quartal die Rückkehr in die Gewinnzone gelang, hob der Vorstand zuletzt das Umsatzziel ein weiteres Mal an. Nunmehr rechnen die Schwaben für 2013 mit Erlösen zwischen 260 und 270 Mio. EUR (zuvor: 250 bis 260 Mio. EUR) bei einer klar positiven EBIT-Marge. Getragen wurde der Turnaround von der starken Entwicklung des Display-Geschäfts. Hier fertigt Manz vor allem für Kunden aus Asien Maschinen und Anlagen zur Produktion von Flachbildschirmen wie sie unter anderem in Tablets, Smartphones und Laptops Verwendung finden. Ähnlich wachstumsstark präsentierte sich der zuvor erwähnte „Battery“-Bereich. In diesem Zusammenhang ist ein Auftrag des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg von strategischer Bedeutung. Manz soll Produktionsanlagen für die Entwicklung neuer, leistungsstarker Lithium-Ionen-Batterien liefern. Auch Autohersteller wie BMW und Daimler sind bei diesem Projekt mit an Bord.

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SI-Kommentar: Die nach neun Monaten erzielte EBIT-Marge von 2,4% auf Konzernebene (5,2 Mio. EUR in absoluten Zahlen) erscheint auf den ersten Blick noch recht dürftig. Bereinigt um die Verluste des weiterhin schwachen Solar-Geschäfts hätte Manz jedoch schon in den ersten drei Quartalen eine zweistellige Marge erwirtschaftet. Da sich für das nächste Jahr allmählich eine Belebung der Investitionsbereitschaft auf dem Photovoltaikmarkt abzeichnet, steckt gerade in dieser Sparte mittelfristig ein gewaltiger Ertragshebel. Die Börse scheint dieses Szenario allmählich zu antizipieren und einzupreisen. Zusammen mit der intakten Wachstumsdynamik in den übrigen beiden Sparten Display und Battery zeichnet sich schon jetzt eine deutliche Ergebnisverbesserung ab. Geplante Übernahmen könnten zudem das Top-Line-Wachstum beschleunigen. Mit einem KUV von 1,1 auf Basis der 2013er-Schätzung liegt die Bewertung trotz des Kursanstiegs noch in vertretbaren Regionen. Eine reine KGV-Betrachtung wäre hingegen angesichts des bis zuletzt verlustreichen Solargeschäfts nur bedingt aussagekräftig. Manz besitzt mittel- bis langfristig jedenfalls das Potenzial, auch im Gesamtkonzern eine zweistellige EBIT-Marge zu erreichen. In diesem Fall würde das KGV auf unter 20 absinken. Als typisches Momentum-Investment müssen sich Anleger in nächster Zeit gleichwohl auf größere Kursschwankungen einstellen.

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