Aktien-Update – Mensch und Maschine

So langsam gewinnt die Berichtssaison auch im Nebenwertebereich an Fahrt. Zum Wochenauftakt meldete der CAD/CAM-Spezialist Mensch und Maschine (aktueller Kurs: 5,30 EUR, WKN 658080) erste Eckdaten zum abgelaufenen Geschäftsjahr. Demnach blieb das Münchener Unternehmen 2013 hinter seiner eigenen, im Herbst bestätigten Planung zurück. So kletterten die Umsätze auf Jahressicht um knapp 6% auf 125,8 Mio. EUR. Vor allem negative Wechselkurseinflüsse verhinderten ein stärkeres Erlöswachstum. Auch das margenstarke Software-Geschäft litt unter der Eurostärke. In der durch Zukäufe in den letzten Jahren gestärkten Systemhaus-Sparte summierten sich die Einnahmen auf rund 90 Mio. EUR (+6,4%). Beim Konzern-EBITDA, einer der für MuM zentralen Ertragskennziffern, erreichte man einen Wert von 7,8 Mio. EUR. Der Rückgang zum Vorjahr, wo noch nahezu 10 Mio. EUR beim EBITDA anfielen, erklärt sich größtenteils mit Einmaleffekten und wegfallenden Erträgen aus dem verkauften Distributionsgeschäft. Bereinigt konnte MuM das EBITDA immerhin von 1,0 auf 3,8 Mio. EUR ausbauen. Nach Steuern und Zinsen verdiente der Anbieter von Konstruktions- und Architektur-Software 2,5 Mio. EUR oder rund 16 Cent je Aktie (Vj.: 24 Cent). Zum Vergleich: Im Herbst stellte MuM-CEO Adi Drotleff noch ein Ergebnis auf Vorjahresniveau, Umsätze zwischen 130 und 135 Mio. EUR sowie ein EBITDA von etwa 9,0 Mio. EUR in Aussicht. Der Vorstand sieht gleichwohl mit dem Abschluss des letzten Jahres wichtige Hürden beim Umbau des Konzerns in Richtung Value genommen. Er bestätigte das Ziel, bereits im Jahr 2015 den Gewinn je Aktie auf 50 Cent und bis zum Jahr 2018 auf 1,00 EUR steigern zu wollen.

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SI-Kommentar: Grundsätzlich geht der Konzernumbau in die richtige Richtung. Im Distributionsgeschäft ließen sich letztlich nur sehr geringe Margen erwirtschaften. Gleichzeitig zeigen die Software- und Systemhaus-Aktivitäten mittelfristig ein weitaus größeres Erlöspotenzial. Auch die im Herbst gemeldete Rücklizensierung der 2008 an Autodesk verkauften Planungs-Software ECSCAD fügt sich durchaus klug in diese Strategie ein. Allerdings scheinen weiterhin ein langer Atem und Geduld gefragt. Die Akquisitionen in der Systemhaus-Sparte benötigen augenscheinlich länger als angenommen, um ihre Profitabilität zu verbessern. Die verfehlte Prognose muss darüber hinaus erst noch im Kurs verarbeitet werden. Der Aktie gelang vor diesem Hintergrund bislang kein echter Befreiungsschlag. Noch immer notiert der SmallCap (Börsenwert: 81 Mio. EUR) trotz haussierender Märkte unter den Hochs aus dem Jahre 2011. Erst mit Notierungen oberhalb von 5,50 EUR bestünde die Chance auf ein Ende der jahrelangen Seitwärtsphase. Ob die Aussicht auf einen kräftigen Gewinnanstieg bis zum Jahr 2018 diese Handbremse lösen kann, scheint fraglich. Angesichts der vielen Alternativen im Nebenwertebereich bleibt das MuM-Papier allenfalls zweite Wahl. (MW)

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