Aktien Update – Adidas AG

Die Adidas AG (akt. Kurs 73,35 EUR; WKN A1EWWW) stand bereits vor dem WM-Finale mindestens als Marketing-Gewinner fest, weil sowohl Argentinien als auch Deutschland in Trikots mit den drei Streifen spielen. Gerade die deutschen Leibchen waren stark nachgefragt und bereits vor dem Endspiel in Rio de Janeiro Mangelware. „Es wird knapp“, sagte Karin Höcker vom Verband Deutscher Sportfachhandel mit Sitz in München laut dpa. Der Hype um die deutsche Mannschaft habe den Verkauf angekurbelt. Für die Händler sei es nicht einfach, Trikots beim Hersteller Adidas nachzuordern: „Bei Bällen ist es noch schwerer. Da bekommt man kaum noch einen.“ Nach dem Finale gibt es keinen Engpass: Neue Trikots mit einem vierten Stern – für den vierten WM-Titel – würden schon produziert, ließ Adidas wissen. Hohe Nachfrage, das hört sich gut an. Dass Adidas nicht in der Lage ist, Nachfragespitzen zeitnah zu decken, schon weniger. Und überhaupt: Bei einem Jahresumsatz im deutlich zweistelligen Milliardenbereich machen die deutschen Trikots nicht die Welt aus.

Zur Erinnerung: Adidas hatte im 1. Quartal 2014 einen spürbaren Gewinnrückgang um 34% zu verkraften, der Umsatz sank um 6%, und mit ihm die Marge, auch weil die Absicherung der Wahrungsrisiken Kosten verursachte und das Golfgeschäft Umstrukturierungen erforderte. Dennoch hält das Management eine leichte Gewinnsteigerung in 2014 für möglich: Nach einem Gewinn von 839 Mio. EUR in 2013 liegt die Prognose-Range nunmehr bei 830 bis 930 Mio. EUR. Das sich daraus ergebende Ergebnis pro Aktie von 3,97 bis 4,45 EUR würde nur im oberen Vorhersagebereich angesichts des Vorjahresergebnisses von 4,01 EUR/Aktie Wachstum bedeuten. Mit einem KGV 2014e von 16 bis 18 ist Adidas nicht wirklich billig. Zudem kann sich durch die ausstehende Wandelanleihe die Zahl der Aktien erhöhen.

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SI-Kommentar:

Die Strategie, im WM-Jahr Adidas-Aktien zu kaufen, weil jeder mit Steigerungen rechnet, ging dieses Jahr nicht auf. Von Kursen um 90 EUR zu Jahresanfang ist das Papier um mehr als 20% zurückgekommen. Das ist fundamental begründet, denn nur durch die für Adidas erfolgreiche WM wird der Konzern – wenn überhaupt – leichtes Wachstum in 2014 realisieren. An der Börse wird aber Zukunft gehandelt, und die wird 2015 für Adidas herausfordernd. Kurshüpfer nach dem Titelgewinn dürfen also nicht überbewertet werden. Natürlich ist Adidas eine hervorragend aufgestellte Weltmarke – nach Lage der Dinge sollten sich aber im Zwischenjahr 2015 im Vorfeld der EM in Frankreich und der Olympischen Spiele 2016 attraktivere Einstiegsmöglichkeiten eröffnen.

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte:

Ein mit “*“ gekennzeichnetes Wertpapier wird zum Zeitpunkt der Erscheinung dieser Publikation von mindestens einem Mitarbeiter der Redaktion gehalten.

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