Aktien Update – TAG Immobilien AG

Die TAG Immobilien AG (akt. Kurs 8,86 EUR; WKN 830350) will lieber eigene Aktien zurückkaufen, als freie Mittel in neue Immobilien zu stecken. Das teilte das Hamburger Unternehmen jetzt mit. „Vor dem Hintergrund hoher liquider Mittel und aktueller Entwicklungen am deutschen Wohnungsmarkt“ habe man „den Rückkauf eigener Aktien in Höhe von bis zu 10% des Grundkapitals beschlossen“, teilte das Unternehmen mit.

Mehr noch: Die TAG wird nach erfolgreichem Abschluss des Rückkaufprogramms zu einer außerordentlichen Hauptversammlung einladen, um ihren Aktionären eine neue Ermächtigung für weitere Aktienrückkäufe vorzuschlagen.  Die TAG verfügt aktuell über liquide Mittel von mehr als 250 Mio. EUR. „In den letzten zwölf Monaten konnten zwar mehr als 7.000 Einheiten für die Gesellschaft erworben werden. Es wurden im gleichen Zeitraum neben dem Gewerbeportfolio jedoch auch Wohneinheiten mit einer deutlichen Marge über dem Buchwert verkauft, so dass die TAG künftig über eine wachsende Basis an liquiden Mitteln verfügt“ heißt es.

Angesichts der in den vergangenen Quartalen zu beobachtenden Entwicklung im deutschen Wohnimmobiliensektor sei der Vorstand der TAG zu der Überzeugung gelangt, dass der Markt in einigen Segmenten und Regionen mittlerweile ein Niveau erreicht hat, auf dem eine langfristig orientierte Bestandsbewirtschaftung nicht mehr in Kongruenz zu den Eigenkapitalkosten gebracht werden könne. „Trotz einer präsentablen Akquisitionspipeline wird es für die TAG zunehmend schwieriger, das aus Verkäufen frei werdende Kapital in neue Bestandsinvestitionen und Ankäufe zu reallokieren, deren Preise gerechtfertigt erscheinen“ formuliert es das Unternehmen elegant.

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SI-Kommentar:

Der Markt für Wohnimmobilien in Deutschland ist nach Auffassung der TAG-Manager also ziemlich heiß gelaufen. Wenn es so ist, dass die Realisierungspreise deutlich über den Buchwerten liegen, sind vor allem jene Unternehmen interessant, die reife Portfolios im Bestand haben. Die TAG prüfe laufend die Veräußerung ausgewählter Teilbestände unter der Prämisse, dass die erwarteten Verkaufserlöse deutlich über den Buchwerten liegen, heißt es. So werden Reserven gehoben und der NAV je Aktie würde steigen.

Für Investoren bietet sich damit die Chance, unter Trading-Gesichtspunkten eine Welle zu reiten, auch wenn man Immobilienaktien aus sonstigen Gründen für minder attraktiv hält: Denn wenn der Markt auf Sicht Höchstpreise hergibt und sich trotz des Preisniveaus wegen des Liquiditätsdrucks noch Käufer finden, dürfte sich die TAG-Aktie – und die Papiere ähnlicher Imobilienunternehmen – weiter gut entwickeln. Mit einem aktuellen KGV von etwa 13 ist bei TAG auf jeden Fall nach der Seitwärtsphase Luft nach oben gegeben. Vorsicht ist dagegen bei solchen Immoaktien geboten, die aktuell Portfolios aufbauen, weil hier im Kern die Basis für kommende NAV-Abschreibungen gelegt werden könnte.

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte:
Ein mit “*“ gekennzeichnetes Wertpapier wird zum Zeitpunkt der Erscheinung dieser Publikation von mindestens einem Mitarbeiter der Redaktion gehalten.

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