Aktien Update – 2G Energie AG

Die 2G Energy AG (akt. Kurs 23,50 EUR; WKN A0HL8N), einer der führenden Hersteller von Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK)-Anlagen, hat Halbjahreszahlen mit Erklärungsbedarf vorgelegt. Der Umsatz wuchs um 25% auf 52,2 Mio. EUR (Vj 41,9 Mio. EUR), die Gesamtleistung sogar um 80% auf 86,5 Mio. EUR, aber das EBIT kam kaum vom Fleck und verharrte mit -0,5 Mio. EUR sogar im Minus. Grund: „Der hohe Bestand an teilfertigen Leistungen in Höhe von 58,8 Mio. EUR aus den KWK-Anlagenprojekten kommt erst im zweiten Halbjahr 2014 zur Schlussabrechnung mit den Kunden“, so das Unternehmen. Gemäß HGB-Bilanzierung werde dies erst dann umsatz- und ergebniswirksam verbucht.

Für das Gesamtjahr 2014 erhöht der Vorstand wegen des erfolgreichen Halbjahres die Umsatzprognose auf einen Wert oberhalb von 165 Mio. EUR (bisherige Prognose: 145 – 165 Mio. EUR) und bestätigt seine Einschätzung für eine EBIT-Marge zwischen 6 und 8%.

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SI-Kommentar:

Im schlechtesten Fall bedeutet diese Vorschau bei 170 Mio. EUR Umsatz und einer Marge am unteren Rand ein EBIT von 10,2 Mio. EUR, am oberen Ende (180 Mio EUR Umsatz bei 8% Marge) kämen 14,4 Mio. EUR EBIT zusammen. Nimmt man die Relationen vergangener Geschäftsjahre, steht ein Gewinn zwischen 7 und 9 Mio. EUR zu erwarten. Bei 4,4 Mio. ausstehenden Aktien ergibt das ein Ergebnis von ca. 2 EUR pro Aktie. Damit errechnet sich bei Kursen um 23 EUR ein KGV 2014e um 11,5, das angesichts der realisierten Projekte als relativ sicher gelten darf.

Eingedenk der Tatsache, dass die künftige Entwicklung weiterhin von der Ausgestaltung des EEG beeinflusst wird, bleibt die spannende Frage: Ist 2G Energy nun einigermaßen verlässlich auf einen Wachstumskurs eingeschwenkt? Die Chancen stehen nicht schlecht. Denn das Produktportfolio von 2G umfasst Anlagen mit einer elektrischen Leistung zwischen 20 und 4.000 kW für den Betrieb mit Erdgas, Biogas oder Biomethan und damit den Kernmarkt. Es gelang, das anfängliche enge Kundenspektrum in der Landwirtschaft auf Industriebetriebe, Kommunen, die Wohnungswirtschaft bis hin zu Stadtwerken und den großen Energieversorgern auszubauen. Daneben wurde das planbare und hochmargige Servicegeschäft konsequent ausgebaut.

Das Unternehmen betont, dass im Rahmen der Energiewende Blockheizkraftwerke in intelligent vernetzten Energiesystemen aufgrund ihrer Dezentralität, Regelbarkeit und planbaren Verfügbarkeit stark zunehmende Bedeutung gewinnen. Schon jetzt sind die KWK-Anlagen in vielen Marktphasen ohne Förderung konkurrenzfähig. Sollten Prämien für Netzdienste hinzukommen, würden sich die Relationen weiter verbessern.

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte:
Ein mit “*“ gekennzeichnetes Wertpapier wird zum Zeitpunkt der Erscheinung dieser Publikation von mindestens einem Mitarbeiter der Redaktion gehalten.

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