Aktien Update – HHLA AG

Die Hamburger Hafen- und Logistik AG (akt. Kurs 18,15 EUR; WKN A0S848) ist so etwas wie der HSV der Börsenliga: Anspruch und Performance klaffen bisweilen weit auseinander. Bis heute leidet die Aktie darunter, dass der Ausgabepreis 2007 mit 53 EUR im Nachhinein betrachtet etwas ambitioniert gewählt worden war. Damals war das Papier des Hafenbetreibers sogar mehrfach überzeichnet. Mittlerweile hat sich der Kurs gedrittelt, und durchgreifende Abhilfe ist nicht in Sicht.

Denn das Geschäftsmodell funktioniert mit Tiefgang, im wahrsten Sinne des Wortes, nämlich dem der Schiffe auf der Elbe. Doch in Sachen Elbvertiefung geht es nicht voran. Jetzt hat der Verwaltungsgerichtshof die Rechtssache an den EuGH weitergereicht. Der Vorstandsvorsitzende der Hamburger Hafen und Logistik AG, Klaus-Dieter Peters, kommentiert das so: „Wir bedauern die weitere Verzögerung der dringend notwendigen Fahrrinnenanpassung der Elbe, die durch den heutigen Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts eintritt. Erfreulich ist dagegen, dass das Gericht keine Mängel in den Planfeststellungsbeschlüssen erkannt hat, die zu einer Aufhebung der Beschlüsse führen könnten. Wir schauen nun mit großer Erwartung auf die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg zur Auslegung der Wasserrahmenrichtlinie und hoffen weiterhin sehr, dass es zu einem baldigen Baubeginn kommt.“

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SI-Kommentar:

Hoffnung ist nicht das, was an der Börse mit Freude gehandelt wird, und so verwundert es nicht, dass der Kurs weiter bröckelt. Für das laufende Jahr errechnet sich im Mittel der Analystenmeinungen ein KGV von 25. Dieses Ergebnis tatsächlich zu erreichen wird noch anspruchsvoll genug, angesichts sich eintrübender konjunktureller Aussichten. In jedem Fall ist die Bewertung selbst auf dem reduzierten Niveau noch immer ambitioniert, da ohne Vertiefung der Elbe der Umschlag nicht durchgreifend erhöht werden kann.

Da hilft es auch nicht, wenn in der Mitteilung kryptisch von Fahrrinnenanpassung gesprochen wird. Um Vertrauen aufzubauen, müssen die Probleme beim Namen genannt werden. An der Börse wird Zukunft gehandelt, und die ist bei HHLA nach der juristischen Spielverlagerung nach Luxemburg offener denn je. Der Ball liegt nun im Feld der europäischen Richter. Man weiß, dass diese sich mit ihrem Spiel mitunter viel Zeit lassen. Und es gibt keinen Schiri, der auf Zeitspiel entscheiden könnte. Deswegen besteht bei HHLA weniger Kaufbedarf denn je, zumal ja selbst bei einer gerichtlichen Entscheidung für die Elbvertiefung die politische Umsetzung, gegebenenfalls gegen erheblichen Bürgerprotest, umgesetzt werden müsste.

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte:
Ein mit “*“ gekennzeichnetes Wertpapier wird zum Zeitpunkt der Erscheinung dieser Publikation von mindestens einem Mitarbeiter der Redaktion gehalten.

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