Grafik der Woche – In volatilen Zeiten zu investieren lohnt sich

Performanceentwicklung bei VIX-Ständen von unter und über 20

BüttnerVolatilität

Volatile Kursturbulenzen, wie sie in den vergangenen Wochen wieder einmal an den Weltbörsen zu beobachten waren, sind ein wichtiger Grund, warum viele Deutsche am liebsten die Finger von Aktien lassen. Und ja, Kursschwankungen wie zuletzt, als der als Stimmungsbarometer bekannte Volatilitätsindex VIX auf den höchsten Stand seit 2011 gestiegen ist, können nervenaufreibend sein. Der Index misst die erwartete Schwankungsbreite des US-Aktienindex S&P 500.

Doch ruhig Blut zu bewahren und gerade dann zu investieren, wenn es holprig zugeht, kann sich häufig ganz besonders lohnen. Für abgezockte Zeitgenossen mit Nerven wie Drahtseilen sind stark zunehmende Schwankungsbreiten jedenfalls ein gefundenes Fressen. Zumindest in den meisten Fällen und wenn sich die Geschichte wiederholt.

Beweise für diese These, wonach sich antizyklisches Handeln an der Börse lohnt, gibt es viele. Als Beleg für diese Behauptung kann auch ein aktuell veröffentlichter Ansatz von Raiffeisen Research herangezogen werden. Demnach gab es seit Mai 2012 sechs Phasen, in denen der VIX (wie auch aktuell wieder) auf Werte von 20 und mehr gestiegen ist. Wer sich davon nicht verunsichern ließ und die mit den Schwankungen einhergehenden höheren Risikoprämien zum Kaufen nutzte, der konnte gemessen am S&P 500-Index in den darauffolgenden Zeiträumen von 4, 8 und 12 Wochen im Durchschnitt ein Kurszuwachs von 5,7%, 7,0% und 8,9% einfahren. In den Phasen, in denen der VIX unter 20 notierte, ergaben sich dagegen im Durchschnitt deutlich geringere Kursanstiege (siehe Grafik oben).

Auf eine überverkaufte Marktlage weist auch die Tatsache hin, dass zum Ende der Vorwoche von den 30 Dax-Unternehmen nur noch drei über ihrer 200-Tages-Durchschnittslinie notierten. Eine von Bank of America Merrill Lynch monatlich durchgeführte Umfrage unter institutionellen Anlegern ergab zudem bei den von den Befragten gemanagten Portfolios die niedrigste Gewichtung von Aktien seit zwei Jahren. Gleichzeitig erhöhte sich die durchschnittliche Barmittelquote deutlich. Raiffeisen-Finanzanalyst Christian Hinterwallner kommt vor diesem Hintergrund zu dem folgenden Schluss: „Angesichts der genannten Faktoren sehen wir aktuell ein attraktives Chancen-/Risikoverhältnis für Aktien. Dementsprechend bestätigen wir unsere Kauf-Empfehlung für die etablierten Aktienindizes, gleichwohl uns die aktuelle Korrektur in ihrer Intensität zugegebenermaßen überrascht hat.“

Aufgehen kann dieser Rat aber natürlich nur, wenn der gut fünf Jahre alte Bullenmarkt nicht in den Bärenmarktmodus wechselt, denn dann wären die jüngsten Kursschwankungen nur ein Vorbote für weitere Verluste. Das ändert aber nichts an der Grunderkenntnis, dass sich antizyklisches Agieren an der Börse oft lohnt. Wer an den Börsen erfolgreich mitmischen will, sollte diese Grundregel verinnerlichen.

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