Aktien Update – Wirecard AG

Die Wirecard AG (akt. Kurs 36,20 EUR; WKN 747206) übernimmt sämtliche Anteile an der Amara Technology mit Sitz in Kapstadt. Amara bietet Acquiring- und Issuing-Processing-Leistungen, die Vermittlung von Kartenakzeptanzen sowie das Management von Prepaid-Kartenprogrammen für zahlreiche Finanzinstitute in Afrika an. Außerdem stellt die Zahlungsabwicklung im Bereich Point-of-Sale und E-Commerce sowie die Herausgabe von Zahlungskarten für lokale Händler, Fluglinien und Resorts sowie staatliche Organisationen einen wesentlichen Geschäftsbestandteil dar.

Das passt also zum Wirecard Kerngeschäft für Online-Zahlungsabwicklung, Risikomanagement und Acquiring und bedeutet gleichzeitig den Einstieg in den afrikanischen Markt, dem hohe Wachstumsraten vorausgesagt werden. Amara ist profitabel und wird zum EBITDA 2015 etwa 3 Mio. EUR beitragen. Der Kaufpreis erscheint zwar ambitioniert, angesichts des guten Marktzugangs aber vertretbar. Kurz zuvor hatte Wirecard überzeugende Q3-Zahlen vorgelegt und die Jahresguidance bekräftigt.

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SI-Kommentar:

Wirecard hat von 2005 bis 2013 den Umsatz verzehnfacht, das EBITDA verzwölffacht und das Ergebnis pro Aktie, deren Zahl durch Kapitalerhöhungen gestiegen ist, immerhin mehr als vervierfacht. Im laufenden Jahr wird Wirecard erstmals mehr als 500 Mio. EUR umsetzen, und bei diesen Größenordnungen lässt das Wachstum schon mal gerne nach. Danach sieht es auf Sicht bei Wirecard aber nicht aus, denn nicht nur die Guidance für 2014 wurde bestätigt, sondern auch jene für 2015. Wirecard profitiert vom Wachstum des Onlinehandels, und wer mag da an ein absehbares Wachstumsende glauben?

Damit ist klar: Die Aktie kann nicht preiswert sein. Für das laufende Jahr ist eine Ergebnis pro Aktie zwischen 90 und 95 Cent zu erwarten, was einem KGV von knapp unter 40 entspricht. Und auch wenn das für 2015 angestrebte Ziel eines EBITDA von bis zu 225 Mio. EUR erreicht wird, was einem EpS von 1,25 EUR entsprechen dürfte, sinkt das KGV 2015e nur auf 29. Unter normalen Umständen würde das als unattraktiv erscheinen, angesichts fehlender Alternativen im Niedrigzinsumfeld wird man sich allerdings daran gewöhnen müssen, für Qualität tief in die Tasche greifen zu müssen. Wie tief bleibt dahingestellt – spätestens bei einer Marktschwäche sollte das Papier aber auf alle Fälle in die engere Wahl genommen werden.

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte:
Ein mit “*“ gekennzeichnetes Wertpapier wird zum Zeitpunkt der Erscheinung dieser Publikation von mindestens einem Mitarbeiter der Redaktion gehalten.

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