Grafik der Woche – Investmentzyklen

Phasen der Konjunktur und die jeweiligen Erträge der verschiedenen Investmentstrategien

Quelle: J.P. Morgan Quantitative and Derivatives Strategies

Die Börsen werden von Zyklen bestimmt. Das führt auch dazu, dass in bestimmten Marktphasen bestimmte Anlageklassen aus dem Aktienbereich besser laufen als andere. Wie wichtig diese Unterscheidung ist, haben die beiden vergangenen Jahre deutlich gemacht. Während 2013 Aktien mit einem anziehenden Momentum, viel Value und hohem Risiko gut gelaufen sind, lief es für Titel mit diesen Charakteristika im Jahr 2014 schlecht. Auf der Gewinnerseite standen dafür im Vorjahr die Verlierer aus dem Jahr 2013. Das heißt, gefragt waren Werte mit hoher Qualität und starkem Wachstum.

Grundsätzlich unterscheiden die Analysten von J.P. Morgan im hauseigenen Investmentzyklus-Modell vier Phasen. Phase eins ist dabei die Boomphase, Phase zwei die Abschwächungsphase, Phase drei die Rezession und Phase vier die Erholung. Was in diesen vier Phase jeweils gut läuft, zeigt die Grafik oben. Eines der Probleme dabei ist nun natürlich, treffsicher die Phase zu identifizieren, in der wir uns gerade befinden.

Bei J.P. Morgan sind sich die Experten sicher, dass die Börsen in Europa im abgelaufenen Jahr den Übergang von Phase eins in Phase zwei vollzogen haben. Dazu passt auch die Beobachtung, dass sich die Anleger aus Aktien mit viel Value und zyklischen Titeln zurückgezogen haben und stattdessen Werte mit starkem Wachstum und defensiven Qualitäten bevorzugt haben.

Dazu passen auch die Konjunkturdaten, die für Europa zuletzt eine Verlangsamung signalisierten. Von sechs wichtigen Konjunkturindikatoren befanden sich zum Zeitpunkt der Drucklegung der Studie jedenfalls nur einer im Aufwind, zwei stagnierten und drei im Rückwärtsgang. Laut J.P. Morgan passt zu diesem Hintergrund eine Bevorzugung von Aktien mit geringem Risiko gegenüber Werten mit hohem Risiko. Wieder auf eine Boom-Phase umgestellt werden müsste die Investmentzyklus-Uhr dann, wenn sich die zaghaften Hinweise auf eine konjunkturelle Belebung in Europa verstärken sollten.

Was die aktuellen Rahmendaten von Aktien mit hohem Wachstum, steigendem Momentum und hoher Qualität angeht, sind diese Titel laut J.P. Morgan weniger schwankungsanfällig als der Gesamtmarkt, da es mehr Gewinnanpassungen nach oben gibt. Allerdings weisen sie in der Regel auch einen Bewertungsaufschlag auf.

Bei J.P. Morgan bevorzugen die Analysten trotzdem derzeit Werte mit hohem Wachstum einem steigenden Momentum, hoher Qualität, geringem Risiko und sie favorisieren große Standardwerte gegenüber den Nebenwerten. Auf Ebene der Einzeltitel passen folgende Aktien zum aktuellen Investmentzyklus-Ansatz von J.P. Morgan: Novartis, Allianz, Fresenius, Reed Elsevier, Safran, Amadeus IT, Ahold, Whitbread, Ashtead und Symrise.

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