Grafik der Woche – Basis für steigende Kurse?

Stärkerer Dollar + schwächere Rohstoffpreise = gut für US-Aktien

Quelle: Fidelity

Bei etwas heftigeren Kursausschlägen schreiben Medien mitunter etwas zu schnell von Explosionen oder Einbrüchen. Bei Veränderungen von einigen Prozentpunkten erscheint das oft etwas übertrieben. Aber das, was sich zuletzt beim Öl und beim Dollar getan hat, verdient es auf jeden Fall, mit Begriffen wie Einbruch oder Explosion beschrieben zu werden. Schließlich hat der Dollar zum Euro seit Mai fast 20% aufgewertet, während der Ölpreis seit Juni um rund 60% gesunken ist.

Das sind Ausmaße in einer Größenordnung, die auf volkswirtschaftlicher und unternehmerischer Ebene einiges an Verschiebungen nach sich ziehen. Vor diesem Hintergrund verwundert die damit unter den Marktteilnehmern einhergehende Verunsicherung über die Folgen dieser Preisbewegungen nicht. In den USA beispielsweise haben diese beiden Einflussfaktoren zuletzt entscheidend zu sinkenden Gewinnprognosen beigetragen. Im vierten Quartal sind die Ergebnisse der S&P 500 Unternehmen unter Ausklammerung der Apple-Zahlen vermutlich nur leicht gestiegen und für das erste Quartal wird inzwischen sogar mit dem ersten Gewinnrückgang seit acht Quartalen gerechnet. Konkret wird aktuell ein Ergebnisminus von 1,6% befürchtet, während Ende September noch mit einem Gewinnplus von 9,9% kalkuliert wurde.

So gesehen ist es nachvollziehbar, dass der Dow Jones Industrial Average mit minus 4,6% im Januar den stärksten Monatsverlust seit August 2013 hinnehmen musste. Weil Analysten mehrheitlich von einem Fortbestand der niedrigen Ölpreise und einem festen Dollar ausgehen, könnte man als Anleger basierend auf den jüngsten Erfahrungen zu dem Schluss kommen, den Fortbestand der langjährigen Hausse an der Wall Street vorerst abzuschreiben. Aber das muss nicht zwingend der Fall sein, wie der Blick zurück in die Geschichte zeigt.

Aus der obigen Grafik lässt sich jedenfalls entnehmen, dass sich ein stärkerer Dollar und schwächere Rohstoffpreise durchaus als gutes Umfeld für US-Aktien erweisen können. Dominic Rossi, Global Chief Investment Officer für Aktien bei Fidelity kommt vielmehr zu dem folgenden Schluss: „In der Vergangenheit war ein solches Zusammenspiel stets eine Stütze für den amerikanischen Aktienmarkt.“ Wiederholt sich die Geschichte, wofür es aber natürlich leider keine Garantie gibt, dann muss alleine die Koexistenz von einem schwachen Ölpreis und einem aufwertenden Dollar die Suppe für die Bullen nicht zwingend versalzen.

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