Grafik der Woche – Konjunktur und Börse

Dennoch kann laut Inker auch die Prognose der konjunkturellen Entwicklung bei der Suche nach aussichtsreichen Börsen helfen. Allerdings sei es dafür am hilfreichsten, jene Länder zu identifizieren, die künftig volkswirtschaftlich gesehen am meisten überraschen. Von 1984 bis 2014 kommen jene Länder, die in den nächsten drei Jahren konjunkturell am meisten positiv überraschten, auf eine Outperformance von 2,9%, während die Börsen der Länder die enttäuschten, eine Unterperformance von 2,7% aufweisen.

Die Schwierigkeit ist laut Inker, solche volkswirtschaftliche Überraschungen punktgenau vorherzusagen. Verglichen damit sei es einfacher zu beurteilen, ob eine Aktie werthaltig sei oder nicht, denn dafür benötige man nur für alle Marktteilnehmer frei verfügbare Daten.

Wer von 1984 bis 2010 auf die Börsen jener 20% an Länder mit der günstigsten Bewertung setzte, der verbuchte in den nächsten drei Jahren eine Outperformance von 3,2% pro Jahr. Die teuersten Aktienmärkte schnitten dagegen um 2,1% p.a. schlechter ab als der Gesamtmarkt.

Der Clou aus Anlegersicht wäre es aber, wenn man es schafft, die volkswirtschaftlichen Überraschungen richtig zu prognostizieren und dies mit einem Value-Ansatz zu kombinieren. Denn das brachte in der Vergangenheit bei den 20% jener Länder mit der günstigsten Bewertung und den größten positiven BIP-Überraschungen auf Dreijahressicht ein starkes Plus von 14,1% pro Jahr. Genau anders herum dagegen ist die Bilanz bei den teuren Märkten, die zudem auch noch konjunkturell enttäuschten. Denn da ergab sich im Schnitt eine Unterperformance von 6,1% auf Sicht von drei Jahren (siehe Grafik unten).

 

 

Bewertung und BIP-Überraschungen helfen bei der Prognose künftiger Renditen a Aktienmärkten (1984-2010)

Quelle: GMO, MSCI, S&P, Datastream

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