Grafik der Woche – Ungeliebt, aber auf Wachstumskurs

Anteil der weltweiten Staatsanleihen mit negativen Zinsen

Quelle: RBS Credit Strategy

Negativzinsen, also Zinsen, bei denen man als Gläubiger dem Schuldner dafür bezahlt, dass er mit dem zur Verfügung gestellten Geld wirtschaften kann, hätte in der Realität vermutlich noch vor wenigen Jahren kaum jemand für möglich gehalten. Doch inzwischen ist im Zuge des vorherrschenden ultraexpansiven geldpolitischen Umfelds auch dieser Damm gebrochen. Nun heißt es nicht mehr nur Niedrigzinsen sondern sogar Negativzinsen und speziell in Europa sind Negativzinsen bei Staatsanleihen derzeit sogar eher die Regel als die Ausnahme.

Für Europa bezifferte J.P. Morgan deren Volumen zum Stichtag Ende Januar auf rund 1,8 Billionen USD. Zusammen mit den ebenfalls rund 1,8 Billionen USD an Staatsanleihen mit Negativzinsen in Japan ergibt sich ein Gesamtvolumen von 3,6 Billionen USD. Laut J.P. Morgan entspricht das einem Anteil von 16% am JPM Global Government Bond Index.

Von der fortgesetzten Ausweitung des Laufzeitbereiches mit negativen Renditen auf der Bundkurve, der inzwischen bis ins siebenjährige Segment reicht, profitiert an vorderster Front auch der Emittent Deutschland. Wie die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg berichten, konnte die Bundesobligation OBL 04/20 jüngst mit einer rekordniedrigen Rendite von -0,08% aufgestockt werden. Die Nachfrage sei zudem – im Gegensatz zur Erstemission im Januar – mit 6,5 Mrd. EUR gegenüber dem Ziel von 4 Mrd. EUR sehr hoch gewesen.

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