Aktien Update – DEAG AG*

Die DEAG Deutsche Entertainment AG* (WKN A0Z23G, akt. Kurs 5,70 EUR) befindet sich nach eigenen Angaben weiter auf Wachstumskurs. 2014 sei der konsolidierte Konzernumsatz von 165,5 auf 172,6 Mio. EUR und das um Sondereffekte adjustierte EBIT von 8,7 auf 9,1 Mio. EUR gesteigert worden. Auch im Nettoergebnis habe die DEAG zugelegt: Der auf die Aktionäre der DEAG entfallende Konzernüberschuss nach Steuern stieg von 0,98 Mio. Euro im Vorjahr auf 1,02 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2014, wird vom Unternehmen mitgeteilt.

Aus Vorsichtsgründen wurde im Jahresabschluss eine entsprechende Risikovorsorge für das infolge des Vertragsbruchs durch den Mitveranstalter capricorn NÜRBURGRING GmbH (CNG) nicht zustande gekommene Rock-Festival am Nürburgring getroffen, heißt es in der Ad-hoc-Mitteilung weiter. Einmalige Marketingaufwendungen zum Start der Online-Ticketing-Plattform myticket.de und die getroffene Risikovorsorge führen zu einem einmaligen negativen Ergebnissondereffekt in 2014 von 3 Mio. EUR. Dabei sei zu berücksichtigen, dass die DEAG gegen CNG einen vollständigen Schadensersatz geltend macht und einen umfassenden Versicherungsschutz für den Fall eines Vertragsbruchs der CNG abgeschlossen hat, der bis zu einer Summe von 7,5 Mio. EUR gilt.

Das erfolgreiche Jahr 2014 spiegelt sich auch in der Bilanz wider, heißt es weiter. So stieg das Eigenkapital nach einer erfolgreichen Kapitalerhöhung um rund 50 % auf 44,3 Mio. EUR. Besonders positiv habe sich die Liquidität des Konzerns entwickelt, die um 136 % von 22,9 Mio. Euro im Vorjahr auf 54,1 Mio. EUR Ende 2014 stieg.

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SI-Kommentar:

Manchmal ist es interesanter zu analysieren, was nicht in einer ad-hoc-Meldung steht, als das, was kommuniziert wird. Die Mitteilung der DEAG passt dabei exakt zur Branche: So wie die Künstler auf der Bühne gerne in Trockeneisnebel versinken, informiert die News auch eher schemenhaft. Die alte Regel, wonach Vorsicht geboten ist, wenn in endgültigen Zahlen kein Ergebnis pro Aktie genannt wird, trifft mal wieder zu. Denn am Ende des Tages ist für ein etabliertes Unternehmen wie die DEAG das entscheidend, was tatsächlich unter dem Strich übrig bleibt. Und das sind ganze 8 Cent pro Aktie gegenüber 27 Cent in 2013 (aus fortgeführten Bereichen). So etwas nennt man wohl Gewinneinbruch.

Es entbehrt nicht einer gewissen tragischen Komik, wenn angesichts des schmalen Ergebnisses, aus dem sich ein KGV von 75 errechnet, Vorstand und Aufsichtsrat sich bemüßigt fühlen, „die Thesaurierung der Gewinne des Geschäftsjahres 2014 vorzuschlagen und die bisherige Dividendenpolitik erst für die Folgejahre fortzusetzen.“ Woraus soll diese Dividende bezahlt werden, aus den Erlösen der Kapitalerhöhung?

Dass der Abschlussprüfer wegen der Vorgänge um das „Grüne Hölle“-Festival das Testat eingeschränkt hat, bringt Unsicherheit in die Aktie. Smart Investor hat den Wert bereits am 16. April aus dem Musterdepot verkauft – in der Nachbetrachtung die richtige Entscheidung. Ertragsschwäche und Unsicherheit sind nicht das, was Investoren suchen, wie der Kursverlust in den vergangenen Wochen zeigt. Auch auf dem ermäßigten Niveau besteht aktuell keinerlei Handlungsbedarf zum Einstieg.

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* Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte (siehe ausführliche Erklärung)