Aktien Update – SMA Solar Technology AG

Die Aktionäre der SMA Solar Technology AG (akt. Kurs 26,40 EUR; WKN A0DJ6J) sind am vergangenen Donnerstag nach Börsenschluss bestimmt sehr erschrocken, denn Ad-hoc-Meldungen des Unternehmens – Weltmarktführer bei Wechselrichtern für Photovoltaik-Anlagen – bedeuteten in den vergangenen Quartalen stets schlechte Nachrichten: Sinkende Umsätze, Verluste und Restrukturierungskosten. Doch dieses Mal kam es anders.

Die Umsatz- und Ergebnisprognose wurde für 2015 angehoben. 800 bis 850 Mio. EUR Umsatz sollen es nun werden. Die Prognose lag bislang bei 730 bis 770 Mio. EUR. Das operative Ergebnis (EBIT) wird nun zwischen -25 Mio. EUR und einer schwarzen Null vorausgesagt. Hier lag die bisherige Prognose bei -30 bis -60 Mio. EUR. Als Gründe nannte SMA die „über den Erwartungen liegende Entwicklung des Weltmarkts für Photovoltaik-Wechselrichter, eine deutliche Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit von SMA sowie einen weiterhin hohen Auftragsbestand.“

Die SMA Gruppe nimmt für sich in Anspruch, „innovative Schlüsseltechnologien für künftige Energieversorgungsstrukturen“ anzubieten. SMA produziert ein breites Spektrum von Wechselrichter-Typen, das Anlagen für unterschiedliche Photovoltaik-Modultypen und sämtliche Leistungsgrößen von Solaranlagen umfasst. Neben Systemtechnik für netzgekoppelte Photovoltaikanlagen gibt es auch Lösungen für Insel- und Hybridsysteme.

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SI-Kommentar:

Die Börse nahm die Meldung von SMA geradezu euphorisch auf: 25% Kursgewinn standen alleine am letzten Freitag zu Buche, seit den Tiefstständen im März hat sich das Papier nun mehr als verdoppelt. Vielleicht bereits erste Zeichen einer Übertreibung. Denn faktisch dürfte SMA auch 2015 einen Verlust verzeichnen – und dies, obwohl der globale PV-Markt wächst. Erst für Ende 2015 geht der Vorstand vom Erreichen des Break Even aus.

Genau wie bei den Modulen gab und gibt es auch bei den Wechselrichtern noch immer einen immensen Preisverfall, SMA hatte zudem in den vergangenen Jahren deutlich an Marktanteilen verloren. Wurde 2010 noch eine Wechselrichterleistung in Höhe von 7,75 GW verkauft, bröckelte dieser Wert in 2014 auf 5,05 GW. Gleichzeitig wuchs jedoch der globale Markt, die installierte Leistung 2014 lag bei mehr als 40 GW. Die internationale Energie-Agentur geht von gesicherten Zahlen von 39,7 GW aus, über den Zubau in Ländern ohne Meldepflicht gibt es unterschiedliche Schätzungen, die zwischen 2 und 10 GW liegen. Setzte SMA 2010 noch 1,9 Mrd. EUR um, waren es zuletzt nur noch 805 Mio. EUR.

Mit der jüngst angekündigten Kooperation mit Siemens und dem in der letzten Woche kommunizierten besseren Ausblick scheint die jahrelange Durststrecke für die Aktionäre fürs Erste beendet, die Aktie ist nach dem jüngsten Kurssprung jedoch nun auch nicht mehr wirklich billig. Verglichen mit unserer Empfehlung im Heft 7/2015 (S. 32/33) hat der Kurs nun mehr als 30% zugelegt. SMA wird damit mit etwas mehr als dem Einfachen des Umsatzes des laufenden Geschäftsjahres bewertet – durchaus sportlich für einen Turnaround in einem solchen Stadium. Langfristig wird sich SMA noch beweisen müssen, zunächst sind nun jedoch schöne Gewinne aufgelaufen. Diese zumindest teilweise mitzunehmen kann daher nicht völlig verkehrt sein.

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