Löcher in der Matrix – Reiche Ernte

„Russischer Konzern entdeckt im Sudan Feld mit 46.000 Tonnen Gold“ (de-sputniknews.com, 29.7.2015)

Mit Sputnik Deutschland haben wir diesmal eine zugegebenermaßen ungewöhnliche Quelle im Programm. Das staatliche russische Online-Portal vermittelt eine Sicht der Dinge, die mit der Sichtweise des russischen Staates – um es freundlich auszudrücken – kompatibel sein dürfte.

Diesmal haben die Sputniks das Folgende zu berichten: „Ein riesengroßes Goldfeld“ habe der russische Konzern Siberian for Mining im Sudan entdeckt. Von 46.000 Tonnen Gold ist die Rede. Der Marktwert werde auf 298 Milliarden US-Dollar geschätzt, ließ Sudans Ressourcenminister Ahmed Sadiq al-Karouri verlauten. Das sind eindrucksvolle Zahlen, vor allem wenn man bedenkt, dass anderenorts Kanadier, Australier und Amerikaner buchstäblich jeden Stein für ein paar Gramm des gelben Metalls umdrehen. Auch ein Investitionsabkommen – „das größte in der Geschichte des Sudan“ – wurde bereits unterzeichnet: 25% für die Russen, 75% für den Sudan.

Ein wenig nachdenklich stimmen aber die Zusatzinformationen: Nach dem Bau einer entsprechenden Raffinerie – „der erste Betrieb dieser Art auf dem Afrikanischen Kontinent“ – werde mit einem jährlichen Goldausstoß von 50 Tonnen gerechnet. Offenbar haben sich die Russen also auf Dauer im Sudan eingerichtet, denn der Abbau der geschätzten 46.000 Tonnen würde bei diesem Tempo etwa bis zum Jahr 2940 dauern.

Der große Schatzfund ist allerdings insbesondere aus russischer Sicht ein durchaus zweischneidiges Schwert. Denn das Land ist bereits jetzt einer der größten Goldbesitzer und der Wert des vorhandenen Goldes könnte durch das neue Gold tendenziell verwässert werden – Angebot und Nachfrage eben. In unseren, dem Gold nur wenig zugetanen Medien schwingen solche Überlegungen jedenfalls routinemäßig mit, wenn wieder mal ein versunkener Piratenschatz gefunden wurde – da unten liegt ja noch so viel Gold aus Schiffskatastrophen und Kriegshandlungen herum, das „einfach nur“ geborgen werden müsste, so der Tenor. Es ist daher schon bemerkenswert, dass sich unsere Presse die Steilvorlage des Sudan-Goldes entgehen lässt. Mit einem Umfang, der 17 Weltjahresproduktionen bzw. dem 13fachen des deutschen Goldschatzes entspricht, wäre es doch ein gefundenes Fressen gewesen. Oder liegt es nur daran, dass dieses Gold potenziell in den „falschen Händen“ liegt, also nicht zur Goldpreisdrückung zur Verfügung steht und sogar schlimmstenfalls perspektivisch den verhassten Rubel stärken könnte?

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