Grafik der Woche – Mega-Fusionen als Warnsignal

Im Gesundheitsbereich bahnt sich eine Mega-Fusion an. Wiederholt sich die Geschichte, könnte damit der Anfang vom Ende im laufenden Bullenmarkt markiert werden.

M&A-Transaktionsvolumen in den USA (in Mrd. USD)

Quelle: UBS

Seit 2014 boomt das Geschäft mit Übernahmen und Fusionen wieder richtig. So gut, dass in diesem Jahr sogar ein neues Rekordjahr winkt. Anfang November wurde mit einem globalen Deal-Volumen von 3,3 Bio. USD fast schon der gesamte im Jahr 2007 aufgestellte bisherige Bestwert von 3,8 Bio USD eingestellt. Besonders gut läuft es dabei in den USA, wie die obenstehende Grafik zum dortigen Mergers & Acquisitions (M&A)-Transaktionsvolumen zeigt.

Dort wurde bereits ein neuer Rekord erreicht und es könnte noch sehr viel besser werden. Denn jüngsten Meldungen zufolge bahnt sich in der Pharmabranche ein echter Megadeal unter Mitwirkung eines US-Unternehmens an. Jedenfalls hat der US-Pharmakonzern Pfizer Übernahmeverhandlungen mit dem irischen Konkurrenten Allergan bestätigt. Weil die beiden Unternehmen auf Börsenwerte von rund 213 Mrd. USD und rund 119 Mrd. USD kommen, kann hier von einer Elefanten-Hochzeit gesprochen werden.

AOL / Time Warner – Blatzen der Technologieblase (Quelle: UBS)

Vordergründig mag die Fusionswelle angesichts der günstigen Finanzierungsbedingungen, reichlich vorhandenen Barmitteln in den Unternehmensbilanzen und des wachstumsarmen Umfelds rational erscheinen. Doch oft werden gerade in so einem vorteilhaften Umfeld auch viele Fehler gemacht. Dies erklärt eben auch, warum es zunächst zu einem Boom kommt, der dann anschließend meist in einem bösen Erwachen endet.

RBS / ABN AMRO – Beginn der Finanzkrise (Quelle: UBS)

Auch im M&A-Geschäft mahnt der Blick zurück in die Geschichte dazu, Mega-Fusionen mit einer Portion Skepsis zu begegnen. Zumindest legen diesen Schluss zwei frühere Elefanten-Hochzeiten nahe, bei denen es anschließend zu einem Ausverkauf an den Märkten kam. Interessant dabei ist folgendes: Mit der 182 Mrd. USD schweren Fusion von AOL und Time-Warner im Januar 2000 und dem 98 Mrd. USD schweren Zusammenschluss von Royal Bank of Scotland und ABN Amro im März 2007 kommt es wie jetzt möglicherweise im Pharmabereich in exakt jenen Sektoren zu einer derartigen Transaktion, die zu dieser Zeit bei den Investoren mit am beliebtesten waren. Zur Erinnerung: Der AOL-Time-Warner-Deal wurde rückgängig gemacht und die Übernahme von ABN Amro durch die RBS hat gute Chancen im Kampf um den Titel der schlechtesten Übernahme aller Zeiten.

So gesehen ist es aus Anlegersicht fast schon Pflicht die Daumen zu drücken, dass aus der Vermählung von Pfizer und Allergan nichts wird. Denn falls sich diese beiden Unternehmen zusammenschließen, droht Ungemach. Zumal dafür auch spricht, dass M&A-Booms oft in einer Welle über drei Jahre hinweg ablaufen. Nachdem die derzeitige Welle 2014 begonnen hat, würde der Schwung im kommenden Jahr enden. Ist dies der Fall, würde auch den Börsen ein wichtiger Schmierstoff ausgehen.

<- Vorherige Grafik der Woche        Nächste Grafik der Woche ->