Grafik der Woche – Hochzinsanleihen mit Warnsignal

Differenz der Renditen von US-Hochzinsanleihen und der Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen Grafik2

Wichtig zu wissen ist, dass die jüngste Entwicklung bei den Hochzinsanleihen nicht nur mit den Schwierigkeiten zu erklären ist, mit denen der Energiesektor angesichts der tiefen Ölpreise zu kämpfen hat. Vielmehr ist auch die in anderen Sektoren stark gestiegene Schuldenaufnahme zu beachten. Diese wurde geschürt durch das Niedrigzinsumfeld, was sich nicht zuletzt auch Unternehmen mit nicht allzu guter Bonität zu Nutze gemacht haben.

Eine mögliche Zinswende in den USA könnte hier für Probleme sorgen, wenn es um eine Refinanzierung dieser Schulden geht und sich die Zinslandschaft nicht mehr so vorteilhaft gestalten sollte. Die US-Renditen im kürzeren Laufzeitenbereich haben zuletzt jedenfalls bereits spürbar angezogen und Experten stufen ein Volumen von mehr als einer Billion USD im US-Hochzinsbereich sowie bei Krediten mit hohem Verschuldungsgrad als gefährdet ein.

Besorgniserregend daran ist auch die Einschätzung der UBS-Strategen Matthew Mish und Stephen Caprio, wonach die Mitglieder der US-Notenbank mehrheitlich nicht verstanden haben, wie schwierig die Situation in diesem Segment ist. Wird die Lage aber unterschätzt, könnte sich eine Zinswende als kolossale Fehleinschätzung erweisen.

Mit Blick auf das Jahr 2016 ist somit für Spannung am Anleihemarkt gesorgt, nachdem der Anteil der größeren in Schwierigkeiten steckenden Anleihen laut Standard & Poor’s Ende November mit 20,1% bereits auf den höchsten Stand seit September 2009 gestiegen ist.

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