Smarte Last-Minute-Geschenke II: „BlackRock“

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BlackRock 26.02.2015.indd„BlackRock: Eine heimliche Weltmacht greift nach unserem Geld“ von Heike Buchter; Campus Verlag; 280 Seiten; 24,99 EUR

Der Name klingt nach einem Vin-Diesel-Actionfilm oder einer Speed-Metal-Band. Tatsächlich verbirgt
sich hinter BlackRock ein exorbitantes Finanzimperium. Die New Yorker verwalten in ihren Fonds 4,6 Bio. USD – zum Vergleich: Das deutsche Brutto inlandsprodukt 2013 betrug „gerade einmal“ 3,7 Bio. USD! Zählt man die Zahlungsströme hinzu, welche über BlackRocks Analyse- und Handelsplattformen fließen, kommt man auf unglaubliche 14 Bio. USD. Über 5% aller Finanzwerte weltweit laufen damit über die Systeme eines einzigen Unternehmens.

Heike Buchter beschreibt mit viel Sachverstand und hervorragender Detailkenntnis die Anfänge und den unaufhaltsamen Aufstieg des Vermögensverwalters BlackRock und seines Chefs, Larry Fink. Dabei liest sich das Buch trotz aller Zahlen und Hintergrundinformationen wie ein ausgewogener Polit-Thriller. Schnell kristallisiert sich dabei heraus: „Es gibt kaum eine wichtige Transaktion in der Wirtschaft, bei der die New Yorker Herren des Geldes nicht zumindest informiert sind.“ Ein Umstand, der nicht verwundert. Schließlich gehen BlackRocks Vertreter in Finanzministerien ein und aus, beraten die Fed ebenso wie US-Notenbanken oder die EZB und halten als Großaktionär Beteiligungen an faktisch allen bedeutenden Unternehmen. Mit Informationsvorsprung ausgestattet sowie den richtigen politischen Netzwerken und potenten Kunden wie beispielsweise dem größten amerikanischen Pensionsfonds oder dem Staatsfonds von Dubai, spielt man unerreicht auf der kompletten finanzwirtschaftlichen Klaviatur. Von einer „heimlichen Weltmacht“ zu sprechen, die sich geschwürartig immer weiter in alle Sphären des
menschlichen Lebens ausbreitet, ist durchaus angebracht. Dem gilt es Einhalt zu gebieten, doch wie? Ein erster Schritt könnte in der Lektüre dieses Buches liegen.

Fazit: Statt Forsyth, Follett, Grisham oder Deaver ruhig mal zu Buchter greifen. Alle Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind dabei garantiert nicht zufällig!

Bastian Behle

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