Aktien Update – Wincor Nixdorf AG

Am 22. März endet die 6-wöchige Andienungsfrist an die Wincor Nixdorf-Aktionäre zur Übernahme durch Diebold. Die Aktionäre müssen sich nun entscheiden. Durch diesen Zusammenschluss würde Diebold Nixdorf zur neuen Nummer eins im Weltmarkt für Geldautomaten aufsteigen. Ziel von Diebold ist es nun, mindestens 67,6% zu erwerben, um zusammen mit den eigenen Wincor Nixdorf-Aktien (knapp 10%) eine nach deutschem Recht bedeutsame Dreiviertel-Mehrheit zu erhalten.

Nun ist es für die Wincor Nixdorf-Aktionäre an der Zeit, sich zu entscheiden, ob sie das Angebot von Diebold annehmen. Eine Erhöhung des Angebots ist mehr als fraglich – so wenigstens informierte Kreise. Dies ist für uns Anlass, die Transaktion etwas näher zu analysieren.

Die zentralen Ergebnisse der Analyse, die Sie hier abrufen können: Diebold will Wincor Nixdorf in Form eines Share-Cash-Deals übernehmen. Geboten sind für jede Wincor Nixdorf-Aktie 0,434 Diebold-Aktien sowie 38,98 € in bar. Bei der Bekanntgabe des Übernahmeangebots bedeutete dies ein Premium von ca. 36% für die Wincor Nixdorf-Aktionäre.

Entsprechend attraktiv ist der Angebotspreis. In vielen Fällen dürfte bei der Annahme des Angebots der Verkauf über den Markt für die in Deutschland steuerpflichtigen Aktionäre steuerlich attraktiverer sein als ein direktes Andienen. In jedem Fall sollte man seinen steuerlichen Berater kontaktieren.

Das attraktive Premium des Angebots ist bedingt durch die Potenziale des Zusammenschlusses: Die geographische Positionierung der beiden Unternehmen ist komplementär mit jeweiligen Schwerpunkten in Nordamerika und Europa. Ebenso wie bei den Kundengruppen (Retail und Banking) gibt es auch bei den Produkten und Dienstleistungen große Überlappungen zwischen beiden Unternehmen. Auch künftig werden die zentralen Geschäftsfelder neben Geldautomaten Services und Software sein.

Daraus ergeben sich Kostensynergien aus Effizienzsteigerungen, insbesondere im stagnierenden Geldautomatengeschäft, wo das neue Unternehmen sogar Weltmarktführer wäre. Vorteile bei der Internationalisierung ergeben sich auf den für beide Unternehmen noch weniger erschlossenen asiatisch-pazifischen Markt. Wachstumssynergien entstehen insbesondere bei den Geschäftsfeldern Software und Services. Obwohl das übernehmende Unternehmen US-amerikanischer Herkunft ist, muss nicht mit einem Ausverkauf deutscher Arbeitnehmerinteressen gerechnet werden.

(weitere Informationen zum vorgelegten Angebot von Diebold und eine Überprüfung der darin zugrunde gelegten Bewertung finden Sie in der vollständigen Analyse in unserer Schwesterpublikation M&A Review)

Prof. Dr Günter Müller-Stewens ist Lehrstuhlinhaber und Direktor des Instituts für Betriebswirtschaft der Universität St. Gallen und Herausgeber der M&A Review

Prof. Dr Max J. Ringlstetter ist Lehrstuhlinhaber und Dekan der WFI – Ingolstadt School of Management der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt

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