Grafik der Woche – Häufiges Umschichten lohnt nicht

Entwicklung DAX versus aktiv gemanagtes Modell-Portfolio (Kauf und Verkauf anhand Signale 200-Tage-Linie)

DAX versus Modell-Portfolio 1 Prozent Kosten-Sutor Bank

Quelle: Sutor Bank

Nicht wenige Anleger träumen davon, mit kurzfristig angelegten Handelsaktivitäten und häufigen Depotumschichtungen den Markt zu schlagen und so gutes Geld zu verdienen. Doch das ist leichter gesagt als getan, wie auch eine aktuelle Studie der Hamburger Sutor Bank zeigt. Denn demnach lässt sich selbst bei strikter Beachtung von Kauf- und Verkaufssignalen keine Mehrrendite gegenüber dem DAX erzielen.

Zum Test wurde auf die gern genutzte 200-Tage-Linie zurückgegriffen. So wird ein Kaufsignal erzeugt, wenn diese Linie nach oben durchbrochen wird. Diese berechnet sich aus dem Mittelwert der Schlusskurse der vergangenen 200 Tage. Durchbricht der DAX die 200-Tage-Linie nach unten, heißt es dagegen verkaufen. Über einen Zeitraum von 28 Jahren, und damit seit Auflegung des DAX, ergaben sich laut Sutor Bank bei insgesamt aufgetretenen 68 Kauf- und 68 Verkaufssignalen folgende Ergebnisse: Ohne Kosten ergab sich eine jährliche Rendite von 8,61% pro Jahr – gegenüber einer DAX-Rendite von 8,18 % pro Jahr.

Doch ein Portfolio ohne Kosten gibt es nicht. Realistischer scheint daher – wie von der Sutor Bank angenommen – eine Kostenquote von 1% für ein Depot bei Filialbanken. Und da hinkt das Ergebnis mit 3,38% p.a. der DAX-Performance letztlich um fast 60% hinterher. Selbst bei einer Kostenquote von 0,5% liegt das Portfolio mit 5,97% pro Jahr deutlich hinter dem DAX. Selbst bei Kosten von lediglich 0,1% ist es mit 8,08% pro Jahr ebenfalls noch knapp schlechter als der DAX.

„Wer aktiv handelt, muss mit hohen Kosten rechnen. Handels- und Depotkosten sind wesentliche Faktoren, die die Rendite deutlich schmälern“, sagt Lutz Neumann. „Der Kostenblock beschränkt sich jedoch nicht nur auf Handels- und Depotkosten. Jeder Gewinn wird zusätzlich geschmälert – um die Abgaben für Abgeltungsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.“ Neumanns Rat lautet vor diesem Hintergrund, auf ein langfristig ausgewogenes Portfolio zu setzen, wobei Indexfonds zu dessen Umsetzung gut geeignet seien.

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