Grafik der Woche – Gold und der Realzins

Der Goldpreis ist in der Regel negativ mit der Entwicklung bei den Realzinsen korreliert

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Quelle: U.S. Global Investors

Der Goldpreis bekam zuletzt einen Schlag versetzt. Die Notierungen sackten deutlich ab und bei aktuell gültigen 1.256 USD je Feinunze ist der wichtige Kontakt zum Jahreshoch von rund 1.366 Dollar zunächst etwas verloren gegangen.

Während bei steigenden Goldpreisen Experten meistens schnell passende Gründe für den Anstieg finden, verweisen nicht wenige Marktteilnehmer bei fallenden Goldpreisen als Grund dafür kurzerhand oft einfach auf Marktmanipulationen. An dieser Stelle wollen wir nicht der Frage nachgehen, wie viel Wahrheitsgehalt hinter solchen Ansteckungen steckt. Vielmehr geht es uns darum, auf das oftmals enge Zusammenspiel zwischen dem Goldpreis und den Realzinsen (Differenz von Nominalzins und erwarteter Inflationsrate) hinzuweisen.

Die Korrelation, die hier besteht, zeigt die obige Grafik, die U.S. Global Investors basierend auf Daten von Bloomberg erstellt hat. In den vergangenen Jahren lässt sich daraus tendenziell ein steigender Goldpreis bei fallenden Realzinsen erkennen, sowie umgekehrt ein fallender Goldpreis bei steigenden Realzinsen. Eine Bestandsaufnahme, die sich übrigens mit den Ergebnissen aus zahlreichen anderen Erhebungen über unterschiedliche Zeiträume hinweg deckt.

Vor diesem Hintergrund ist die jüngste Kursschwäche beim Goldpreis durchaus nachzuvollziehen. Schließlich sind praktisch zeitgleich mit dem Rückgang des Goldpreises nicht nur die Renditen bei den zehn- und dreißigjährigen US-Staatsanleihen gestiegen, sondern am Markt schießen sich die Akteure auch wieder etwas stärker auf eine zweite Zinserhöhung durch die US-Notenbank im Dezember ein. Als zusätzlicher belastender Faktor kamen in der Vorwoche auch noch Gerüchte hinzu, die Europäische Zentralbank könnte das Volumen ihrer Anleihekäufe im Rahmen der von ihr betriebenen Politik der quantitativen Lockerung verringern.

Letzteres mag zwar aus der Luft gegriffen sein und auch die neuerdings wieder als etwas wahrscheinlicher wahrgenommene Leitzinserhöhung durch die Fed im Dezember mag sich letztlich als Luftnummer entpuppen. Aber ganz egal wie es kommt: Anleger, die in Gold investieren, sollten sich darüber im Klaren sein, dass der Erfolg ihres Investments auch stark von der Entwicklung der Realzinsen abhängt. Weil dem so ist, sollte vor einem Kauf oder Verkauf von Gold auch intensive Überlegungen zu deren Aussichten angestellt werden.

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