Aktien Update – SMA Solar Technology AG

Der Vorstand von SMA Solar Technology AG (WKN A0DJ6J, akt. Kurs 24,00 EUR) hat seine Umsatz- und Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr 2016 angepasst. Die neue Prognose sieht bei einem Umsatz von 900 bis 950 Mio. EUR (zuvor 950 bis 1.050 Mio. EUR) weiterhin eine Steigerung des EBIT auf 60 bis 70 Mio. EUR (zuvor 80 bis 120 Mio. EUR) vor. Die Aktie liegt daraufhin mit mehr als 13% im Minus.

Grund für die Reduktion sei der seit Mitte 2016 weltweit spürbare Preisdruck in allen Marktsegmenten sowie die Verschiebung von Großprojekten. „SMA wird auch im laufenden Geschäftsjahr ein positives Ergebnis erzielen. Nach einem erfolgreichen dritten Quartal 2016 erwarten wir aufgrund des deutlich verstärkten Preisdrucks und zahlreicher Projektverschiebungen in den Regionen EMEA und Nordamerika ein schwächeres Jahresendgeschäft“, erklärt SMA-Vorstand Pierre-Pascal Urbon. Die positiven Effekte aus diversen Produktneuheiten sowie den Restrukturierungsmaßnahmen würden voraussichtlich ab 2017 greifen.

Nach neun Monaten liegt der Umsatz von SMA im aktuellen Geschäftsjahr voraussichtlich bei mehr als 715 Mio. EUR (2015: 699 Mio. EUR). Hauptumsatzträger war die Business Unit „Utility“, die mehr als 40 Prozent zum Umsatz beisteuerte. Das EBIT lag bei 60 Mio. EUR (2015: 3 Mio. EUR). Angesichts eines hohen operativen Cashflows liegt die Nettoliquidität bei 350 Mio. EUR (2015: 286 Mio. EUR).

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SI-Kommentar: SMA ist nicht das erste deutsche Solarunternehmen, das unter dem erneuten Preisverfall bei der Solartechnik leidet. Zuvor hatte bereits Branchenveteran SolarWorld seine Prognose gekappt. Schützten die Zölle auf chinesische Importe zuletzt die hiesige Branche, ist nun abermals China für die Marktverwerfungen verantwortlich.

Ein Großteil der neu verbauten Solarzellen geht auch in diesem Jahr in das Reich der Mitte. Zum Halbjahr waren allerdings bereits 20 Gigawatt verbaut – die vom Staat geplanten Ziele sind damit bereits erfüllt. Das Resultat ist eine Flutung des Weltmarktes mit chinesischen Billigprodukten.

Diese neuerliche Wendung am Solarmarkt zeigt vor allem eines: Mitnichten ist die Branche unabhängig von Subventionen uns staatlichem Einfluss – egal ob hierzulande oder im fernen China. Auch die Aktien der solidesten Branchenvertreter, wie der von SMA, ist damit der Spielball politischer Entscheidungen. Mit einem Neueinstieg sollten Anleger nun erst einmal warten, bis sich der Rauch gelegt hat.

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