Aktien-Update – Grenke AG

Die Grenke AG (WKN A161N3, akt. Kurs 159,90 EUR) hat die zum Halbjahr angehobene Prognose mit einem starken Neun-Monats-Bericht unterfüttert: Alle für ein Leasingunternehmen relevanten Kennziffern wurden weiter verbessert. „Das hohe und margenstarke Neugeschäft früherer Perioden sowie das anhaltend niedrige Zinsumfeld führten zu einem Anstieg des Zinsergebnisses um 14,7% auf 161,1 Mio. EUR“ ließ das Unternehmen wissen.

Da die Aufwendungen für Schadensabwicklung weiter rückläufig waren, das Ergebnis aus dem Servicegeschäft um 16,7% auf 43,0 Mio. EUR stieg und auch das Ergebnis aus dem Neugeschäft um 17,4% auf 43,8 Mio. EUR anzog, erhöhten sich die operativen Erträge insgesamt um 19,9% auf 204,7 Mio. EUR (Vorjahr 170,7 Mio. EUR).

Zusammen mit unterproportionalen Aufwendungen stieg das operative Ergebnis daher um 28% auf 103,3 Mio. EUR nach 80,7 Mio. EUR im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Konzerngewinn legte um 27,1% auf 75,9 Mio. EUR zu. Für das laufende Geschäftsjahr bekräftigte der Vorstand der Grenke AG daher die angehobene Prognose, die einen Gewinn zwischen 98 und 102 Mio. EUR avisiert.

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SI-Kommentar:

Man könnte denken, dass in Zeiten niedriger Zinsen und Massen von Geld die Nachfrage nach Leasing-Offerten sinkt, weil Kunden technische Ausstattung dann lieber kaufen. Doch die Annahme trifft nicht zu, da Leasing auch bedeutet, immer ein technisch aktuelles Gerät zu besitzen. Zusammen mit dem Service, wie ihn Grenke bietet, spricht viel mehr als allein die Liquiditätsschonung für dieses Nutzungsmodell.

Für die Grenke AG, neben der Grekeleasing auch mit der Grenke Bank am Start, bedeutet das steigendes Geschäftsvolumen im Kerngeschäft Small-Ticket-Leasing für IT-Geräte. 2015 verdiente Grenke 5,43 EUR pro Aktie und zahlte eine Dividende von 1,50 EUR, aktuell läuft es am oberen Ende der Prognose auf ein Ergebnis von 6,90 EUR pro Aktie heraus. Bei aktuellen Kursen ergibt dies ein KGV von 23, das sich bei gleichbleibendem Wachstumstempo in 2017 auf 19 verringern würde. Es ist anzunehmen, dass auch die Dividende erhöht wird. Auf eine Dividendenrendite von mehr als 1,2 oder 1,3% sollten Anleger aber nicht hoffen.

Damit zeigt sich erneut, dass Qualität einfach seinen Preis hat. Wer von weiterhin niedrigen Zinsen und damit attraktiven Refinanzierungsmöglichkeiten für die Grenke AG ausgeht und sich vor ambitionierten KGVs nicht scheut, wenn er dann ein sehr bewährtes Geschäftsmodell und einen guten Track-Record erhält, sollte sich den Titel für schwächere Marktphasen auf die Watchlist nehmen.

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