Löcher in der Matrix – Gold ist Geld

Während die Aufmerksamkeit des Publikums mit den Schlagzeilen des Tages – Terror, britische Unterhauswahl, Comey-Anhörung, Trump, Trump und nochmals Trump – auf flüchtige Ereignisse gelenkt wird, beginnen mittel- bis langfristig bedeutsame Trends oft unter Ausschluss einer breiteren Öffentlichkeit. Ob solche Initialzündungen von den professionellen Beobachtern nicht wahrgenommen oder bewusst ignoriert werden, ist im Einzelfall schwer zu entscheiden. Allerdings zeigt sich die Tendenz, dass jene Entwicklungen, die nicht ins aktuell vorherrschende Narrativ passen, gerne heruntergespielt werden. Dies umso mehr, wenn es um bedeutsame systemische Fragen bzw. die Lebenslügen des herrschenden Systems geht. Und nirgendwo hört der Spaß bekanntlich schneller auf als beim Geld.

Das gilt besonders für unsere „modernen“ Fiat-Money-Systeme, die mit der reichlich ge- und missbrauchten Option einer beliebigen Geldvermehrung ausgestattet sind und damit wohl an der Basis fast aller bedeutenden Fehlentwicklungen unserer Zeit stehen. Wie könnte es auch anders sein, wenn das wichtigste Gut einer Volkswirtschaft (Geld) und dessen Preis (Zins) de facto innerhalb eines kleinen Zirkels nach Gutsherrenart festgelegt werden?! Insofern birgt das Thema Alternativwährungen erheblichen Sprengstoff für die bestehende (Geld-)Ordnung. Das sichtbarste Indiz für die Relevanz solcher Gedanken ist der raketenhafte Kursaufschwung des Bitcoin. Dabei wird allerdings übersehen – oder ignoriert –, dass es bereits ein bewährtes „Alternativgeld“ gibt: Gold.

Und Gold erobert sich seine Geldfunktion nun Schritt für Schritt zurück. So unterzeichnete Arizonas Gouverneur Doug Ducey am 22. Mai ein Gesetz, mit dem Gold und Silber auch in diesem Bundesstaat ab dem 9. August 2017 wieder als „legal tender“, also als gesetzliche Zahlungsmittel anerkannt werden. Zehn weitere US-Bundesstaaten marschieren in die gleiche Richtung. Es geht dabei nicht nur um eine Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung der USA, die einzig Gold und Silber als Geld erkennt, sondern ausdrücklich auch um den Schutz des Wohlstands und der Ersparnisse der Bürger. Das wertet man nicht nur bei www.thestreet.com als eine Kampfansage an die Fed, die in Bezug auf die Geldwertstabilität einen ausgesprochen lausigen Job gemacht hat. Man darf gespannt sein, wo diese Bewegung, die in Europa bislang kaum wahrgenommen wird, letztlich hinführt. Ein hoffnungsvolles Zeichen gegen die verkommenen Papiergeldwirtschaften ist sie allemal.

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