Aktien Update – Rocket Internet SE

Die Rocket Internet SE (WKN A12UKK, akt. Kurs 20,40 EUR) hat die Preisspanne für den geplanten Börsengang ihrer Beteiligung Delivery Hero sowie die Zahl der zum Verkauf stehenden Bestandsaktien kommuniziert. Demnach beträgt die Preisspanne 22,00 bis 25,50 EUR je Aktie. Am oberen Ende ergibt sich damit eine Bewertung von bis zu 4,4 Mrd. EUR.

Der geplante Börsengang wird aus 18,95 Mio. Aktien aus einer Kapitalerhöhung und aus 15 Mio. bestehenden Aktien aus dem Bestand von Altaktionären bestehen. Darunter auch 5,3 Mio. Aktien, die indirekt von der Rocket Internet SE gehalten werden. Darüber hinaus könnten bis zu 5,1 Mio. weitere Aktien aus dem Bestand von Rocket Internet im Rahmen einer möglichen Mehrzuteilung abgegeben werden.

Zum Mittelwert der Preisspanne würde sich der Bruttoerlös aus dem Angebot der neuen Aktien für Delivery Hero auf rund 450 Mio. EUR belaufen. Das Unternehmen beabsichtigt, die Mittel vor allem zur Rückzahlung von Darlehen und zur Finanzierung weiteren Wachstums und der Entwicklung seiner Geschäftstätigkeit zu verwenden. An Rocket Internet werden dagegegen maximal knapp 250 Mio. EUR fließen, falls die Merhzuteilungsoption ausgeübt wird.

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SI-Kommentar:

Die Rocket-Aktie ist ja weniger für raketenhafte Flüge, sondern eher für gemächliches Dümpeln bekannt, und dass das Delivery Hero-IPO daran etwas ändert ist er unwahrscheinlich. Dafür sind die Rahmenbedingungen einfach zu unattraktiv. Das fängt bei der Bewertung an, denn 4,4 Mrd. EUR für einen Lieferdienst, der 2016 lediglich 347 Mio. EUR umsetzte und dabei mehr als 100 Mio. EUR Verlust machte sind ziemlich ambitioniert.

Die bestehenden Altaktionäre des Unternehmens sind eine Halteverpflichtung (Lock-up) für einen Zeitraum von sechs Monaten eingegangen, der Vorstand für einen Zeitraum von 12 Monaten. Das einzig Gute daran: Es sind nicht Wochen. Vertrauen sieht anders aus. Mit Citigroup, Goldman Sachs International und Morgan Stanley wurden gleich drei – mutmaßlich nicht preiswerte – Banken für den Börsengang mandatiert, hinzu kommen die UniCredit, Berenberg, Jefferies und UBS als zusätzliche Joint Bookrunners. Das deutet darauf hin, dass Delivery Hero durchaus von Vertriebsanstrengungen ausgeht und die Aktie kaum wie das sprichwörtlich geschnitten Brot nachgefragt werden wird.

Der Kurs von Rocket sprang am Montag früh nur leicht an und gab die Anfangsgewinne schnell wieder ab. Allenfalls am oberen Ende der Spanne und mit Veräußerung der Mehrzuteilung dürfte das IPO positiven Einfluss auf die Rocket-Notierung nehmen. Do so weit ist es noch lange nicht. Von daher besteht einstweilen kein Handlungsbedarf.

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