Aktien-Update – Carl Zeiss Meditec AG

Die Carl Zeiss Meditec AG (WKN 531370, akt. Kurs 45,09 EUR) hat nach neun Monaten des Geschäftsjahres 2016/17 den Wachstumskurs fortgesetzt: Der Umsatz stieg um 8,3% (währungsbereinigt 7,2%) auf 864,7 Mio. EUR (Vj.: 798,6 Mio. EUR). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich auf 132,6 Mio. EUR (Vj.: 110,5 Mio. EUR). Dies entspricht einer bereinigten EBIT-Marge von 14,7% (Vj.: 14,2%). Der Gewinn pro Aktie erreichte nach neun Monaten 1,10 EUR (Vj.: 0,83 EUR). Hierzu trugen neben dem operativen Gewinnanstieg auch Gewinne aus Währungssicherungsgeschäften bei, denen im Vorjahreszeitraum noch Verluste gegenüber standen. Das Management bekräftige in der Mitteilung die Jahres-Guidance mit Umsätzen von bis zu 1,2 Mrd. EUR und der mittelfristigen EBIT-Range zwischen 13 bis 15%.

Zuwächse kamen insbesondere aus der Augenheilkunde, die um 9,2% (währungsbereinigt: 8,2%) auf 639,9 Mio. EUR zulegte. Die EBIT-Marge dieses Bereichs sei weiter gesteigert worden. Die genaue Marge wurde ad-hoc aber nicht kommuniziert. Der Umsatz mit Operationsmikroskopen und Visualisierungslösungen stieg um 5,6% (4,5% währungsbereinigt) und erreichte 224,8 Mio. EUR. Die Profitabilität dieses Bereichs sei weiterhin auf einem überdurchschnittlichen Niveau und konnte im Vorjahresvergleich leicht zulegen. In der regionalen Betrachtung stammt das Umsatzwachstum aus dem asiatischen Markt mit Schwerpunkt China, während in Europa sogar leichte Einbußen hingenommen werden mussten.

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SI-Kommentar: Carl Zeiss hat gute 9-Monats-Zahlen vorgelegt und auch Qualität in der Guidance gezeigt. Im Kurs, der erst im Juni mit 47,44 EUR ein Allzeithoch erreicht hatte, war aber mindestens eine kleine positive Überraschung eingepreist. Entsprechend hat die Aktie wie in den vergangenen Wochen leicht nachgegeben. Das ist verständlich, denn selbst bei einem sehr guten Schlussquartal und einem Ergebnis von 1,60 EUR pro Aktie ergibt sich ein KGVe 16/17 von 28.

Angesichts der Annahme des Managements, dass die Profitabilität zumindest mittelfristig nicht gesteigert werden kann und vor dem Hintergrund des schwierigen Heimatmarktes ist die Aktie damit ordentlich bezahlt. Phantasie kommt in den Wert durch die Möglichkeit von Akquisitionen, denn noch immer ist das Anbieterfeld im Vergleich mit anderen Branchen stark fragmentiert. Carl Zeiss ist ohne Frage eine Qualitätsaktie mit Substanz, derzeit aber eine Nuance zu hoch bewertet. Die schwierige Timing-Frage besteht also darin, den bröckelnden Kurs noch ein wenig zu beobachten, aber vor der Nachricht einer Akquisition einzusteigen.

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