Aktien Update – QSC AG

Die  QSC AG (WKN 513700, akt. Kurs 1,59 EUR) hat das Ausscheiden von zwei Vorstandsmitgliedern bekanntgegeben. „Nach Aufbau und erfolgreicher Etablierung des Pure Enterprise Cloud Portfolios mit abschließender Einführung der neuen Organisations- und Führungsstrukturen werden Felix Höger, Vorstand für Technologie und Operations, und Udo Faulhaber, Vorstand für Vertrieb und Consulting, aus dem Unternehmen zum 31. Dezember 2017 ausscheiden und sich neuen Aufgaben widmen“ heißt es in einer Meldung.

Wer sich fragte, wie denn die in den entscheidenden Fragen oberflächliche News zu bewerten sei, bekam am Freitag Klarheit. Denn da wurden Director`s Dealings veröffentlicht. Faulhaber und Höger trennen sich dabei von Anteilen. Einvernehmen sieht anders aus. Höger kann zum Jahresende auf 24 Monate, Faulhaber auf 29 Monate bei QSC zurückblicken. Beides keine üblichen Laufzeiten für Vorstandsverträge.

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SI-Kommentar

Die Personalie muss letztlich im Zusammenhang mit den Geschäftszahlen gesehen werden. Die aktuellen 9-Monats-Zahlen verkündete QSC am 6. November unter der positiv anmutenden Überschrift „QSC wächst im Cloud-Geschäft und erhöht Free-Cashflow-Prognose“. Bei näherer Betrachtung gibt es für größeren Optimismus allerdings wenig Grund.

QSC geriert sich als Digitalisierer des deutschen Mittelstands und die Cloud-Umsätze stiegen prozentual tatsächlich stark an. Doch der 63%-Sprung von 12 auf 19,5 Mio. EUR kann die herben Einbußen im Kerngeschäftsfeld Telekommunikation nicht auffangen. Letztlich steht nach neun Monaten ein Umsatzverlust von 10% auf 264 Mio. EUR zu Buche. Und auch auf Quartalsbasis ist keine Trendwende auszumachen, denn hier ging der Umsatz von 96 auf 89 Mio. EUR zurück.

Das Sparprogramm ermöglichte immerhin den Ausweis eines kleinen Gewinns von 0,01 EUR je Aktie im 3. Quartal. Nach drei Quartalen hat QSC 2017 damit 0,02 EUR je Aktie verdient. Angesichts dessen ist die Betonung des Free Cashflows verständlich, aber nicht zielführend. In der sich immer schneller drehenden Telekommunikations- und IT-Welt sucht das Unternehmen weiterhin nach einem nachhaltig stabilen Geschäftsmodell. Mit dem Ausscheiden der beiden Vorstände sind Sicherheit und Visibilität nicht gerade gewachsen, ein Engagement drängt sich daher nicht auf.

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