Aktien-Update: SÜSS MicroTec AG

Die SÜSS MicroTec SE (WKN A1K023, akt. Kurs 17,90 EUR) hat am Freitag die Anleger darüber informiert, dass die nach zwei Quartalen angehobene Prognose für 2017 nun doch nicht erreicht worden ist. Demnach wird der Umsatz im Geschäftsjahr 2017 voraussichtlich einen Wert von etwa 166 Mio. EUR erreichen und damit unter der kommunizierten Zielsetzung von 170 bis 180 Mio. EUR. „Ausschlaggebend für die geringer als erwartet ausgefallenen Umsätze sind insbesondere zeitliche Verschiebungen von finalen Kundenabnahmen, die Voraussetzung für die Umsatzlegung sind. Die entsprechenden Umsätze verschieben sich in das erste Quartal 2018“ heißt es in der Mitteilung. Geringere Umsätze führen zu geringerem EBIT, das mit voraussichtlich 14 Mio. EUR mindestens um 1 Mio. EUR unter der bisherigen Zielsetzung liegen wird.

Süss MicroTec ist Hersteller von Anlagen und Prozesslösungen für die Halbleiterindustrie und verwandte Märkte. Systeme für temporäres Bonden sowie UV-Projektionsscanner zählen zu den erfolgreichen Spezialmaschinen. Auch der Kernbereich Lithografie mit seinen Mask Alignern und Belackern/Entwicklern trägt weiterhin zum Umsatz bei. Süss betont, dass der hohe Auftragsbestand von 133 Mio. EUR nicht berührt sei, sondern es sich einfach um eine Verschiebung von Umsätzen handelt.

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SI-Kommentar: Die Reaktion an der Börse war heftig, denn intraday ging der Kurs um mehr als 17% bis auf 15 EUR für die Aktie zurück. Doch schnell setzte sich offenbar die Meinung durch, dass die Meldung nicht auf langfristige Probleme hinweist, sondern eher eine Verzögerung des Aufwärtstrends bedeutet. Mit einem Minus von nur noch 3% ging die Aktie relativ unbeeindruckt aus dem Handel. Nachdem SÜSS MicoTec für das Geschäftsjahr 2016 einen Gewinn pro Aktie von 0,26 EUR verbuchte, dürfte für das laufende Jahr statt einer Verdoppelung nunmehr lediglich eine kleine Steigerung zu verzeichnen sein.

Stark verbesserungswürdig ist allerdings das issue management von SÜSS, denn noch am 3. Januar hatte man optimistisch vermeldet, dass der Gesamtauftragseingang 2017 voraussichtlich die Marke von 200 Mio. EUR überschreiten werde. Dies trieb die Aktie auf ein 15-Jahres-Hoch. Wer am Freitag schnell reagiert hatte, hat offenbar alles richtig gemacht, sollte der Kurs in den kommenden Tagen etwas schwächeln, dürfte das eine gute Chance für den Einstieg in den Technologiewert darstellen.

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