Aktien-Update: paragon AG

Die paragon AG (WKN 555869, akt. Kurs 78,50 EUR) hat am Montag die prognostizierten Zahlen für 2017 vorläufig bestätigt und einen ausgesprochen positiven Zukunftsausblick gegeben. Demnach ist der Konzernumsatz 2017 um rund 20 % auf etwa 124 Mio. Euro (2016: 102,8 Mio. EUR) gestiegen. Die bereinigte EBIT-Marge für 2017 liege voraussichtlich im Zielbereich von mehr als 9%.

Für das laufende Jahr zeigt sich paragon sehr optimistisch, das Umsatzwachstum soll 40% betragen und somit die Marke von 175 Mio. EUR erreicht werden. Gleichzeitig soll sich das EBIT auf dem Niveau von 9% halten. Haupt-Wachstumstreiber sei das Thema Elektromobilität, das durch die 60-%ige börsennotierte Tochtergesellschaft Voltabox AG repräsentiert wird. In einer gleichzeitig veröffentlichen ad-hoc-Meldung von Voltabox wird ein Umsatzwachstum von 120% in 2018 avisiert.

Umsatzstärkstes Segment des paragon-Konzerns bleibt aber auf Sicht die Elektronik. Bei den Sensoren sei der Geschäftsverlauf maßgeblich durch steigende Ausstattungsraten der aktuellen Fahrzeugmodelle mit der neuesten Sensor-Generation geprägt. Ab dem Geschäftsjahr 2019 werde das Segment Elektronik durch neue Produkte voraussichtlich ebenfalls zunehmend zum Konzernwachstum beitragen.

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SI-Kommentar: paragon entwickelt, produziert und vertreibt Lösungen im Bereich der Automobilelektronik, Elektromobilität und Karosserie-Kinematik. Hinter letzterem verbergen sich zum Beispiel ausfahrbare Spoiler. Durch die Akquisition der HS Genion GmbH im November sieht sich paragon hier sogar als Weltmarktführer. In der Elektronik zählen das Luftgütemanagement, moderne Anzeige-Systeme und Konnektivitätslösungen sowie akustische High-End-Systeme zu den Kernkompetenzen. Der Bereich Elektromobilität wird über die Tochter Voltabox adressiert, wobei es vor allem um Lösungen der Intralogistik und im Bergbau geht.

Insbesondere auf der Systemebene sieht sich paragon gut positioniert; die immer schnelleren Produktzyklen im Automobilsektor kurbeln das Geschäft zusätzlich an. In den genannten Prognosezahlen seien einige geplante Akquisitionen der paragon AG und der Voltabox AG nicht enthalten, solche Übernahmen seien derzeit bereits in Anbahnung, wird zudem mitgeteilt.

Paragon hat 2016 0,84 EUR pro Aktie verdient. In den ersten neun Monaten 2017 gelang mehr als eine Verdopplung, womit sich ein Ergebnis 2017 von mehr als 1,50 EUR pro Anteilsschein ergeben würde. Attraktiv wird das Papier, weil es derzeit lediglich 4,53 Millionen Stücke gibt, sich wachsende Gewinne also auf eine nur kleine Aktienanzahl verteilen. Paragon ist Automotive- und Technologiewert in einem, denn als Entwicklungs- und Systempartner besitzt das Unternehmen einen deutlich besseren Stand als typische Tier-2-Zulieferer. Daher scheint auch die relativ hohe EBIT-Marge, die die OEMs sonst eher nicht zulassen, realistisch. Allerdings hat sich der Kurs – natürlich – bereits in den vergangenen 12 Monaten verdoppelt. In die Bewertung kann paragon nicht allein mit einem starken Geschäftsjahr 2018 hineinwachsen. Wer investiert, geht auch von guten Folgejahren und dem Ausbleiben einer spürbaren Konjunkturdelle aus.

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