Smart Investor 11/2019 – Editorial

Auf dem Weg in den Sozialismus

In einem kürzlich veröffentlichten Interview mit der Zeitschrift „Tichys Einblick“ vertrat Vytautas Landsbergis, ehemaliger Staatschef Litauens, die Meinung, dass das heutige Deutschland Gefahr läuft, zum dritten Mal in den Sozialismus abzugleiten – nach dem Nationalsozialismus und dem DDR-Sozialismus. Dieses Statement ist in unserer heutigen Zeit definitiv politisch unkorrekt. Das betont Landsbergis in dem Gespräch auch selbst und beschreibt seine Erfahrung aus dem Sowjet-Kommunismus, unter welchem Litauen bis zum Jahr 1990 gelitten hat. Denn damals galt bei den herrschenden Eliten: „Wir haben die Wahrheit auf unserer Seite. Je­der, der gegen diese Wahrheit ist, ist ein Schädling. Und den muss man vernich­ten. Keine Gespräche mit dem Feind!“

Im Sozialismus geht es immer um Gleichmachung und Gleichschaltung sowie um die Tabuisierung von systemgefährdenden Diskussionen. Wenn ich mir vor diesem Hintergrund die heutige Gesellschaft und die sie beeinflussenden Medien ansehe, dann kann ich genau diese Tendenzen erkennen – z.B. über die Auflösung von Staats- und Währungsgrenzen oder bei der fortschreitenden Einmischung des Staates in das Leben der Bürger über Steuern, Gesetze und Zensur, wie sie gerade im Internet immer häufiger angewandt wird. Und die Medien erzählen uns ständig und mit Inbrunst, was wir sagen und denken dürfen – und was nicht.

Sozialismus führt immer zu Massenarmut, Meinungsdiktaten, Enteignung und Unfreiheit. Die Beispiele dafür sind zahllos. Leider steuern Deutschland und große Teile der EU auf solche Verhältnisse zu. Ich möchte hier nur einige Maßnahmen erwähnen, die direkte oder indirekte Eingriffe in das Vermögen der Bürger darstellen: beispielsweise Niedrigzinsen, Mietpreisdeckel, Einschränkung des Bargeldverkehrs oder die Herabsetzung der Höchstgrenze für den anonymen Goldkauf, die ab Januar 2020 gelten soll.

In unserem diesmaligen Kapitalmarktreport zeigen wir Ihnen die derzeitige Sachlage auf und ziehen daraus Schlüsse, die Ihnen bei der Vermögensanlage hilfreich sein können. Dabei ist die gesamte Titelgeschichte sehr stark entlang der Edelmetallthematik aufgezogen, da hier wie bereits erwähnt bald eine wichtige Zäsur stattfinden wird. Und es könnte sogar noch schlimmer kommen, wie unser Gastautor Volker Nied ab S. 20 zum Thema Goldverbot ausführt.

Auf vielfache Nachfrage haben wir auf S. 18 einen Vergleich von Goldmoney, Vaultoro und Co. angestellt, welche Edelmetalle verkaufen, aber vor allem auch Lagermöglichkeiten im Ausland sowie manchmal auch Schnittstellen zur Kryptowelt wie dem Bitcoin anbieten.

Ebenfalls oft von Leserseite nachgefragt waren Fonds, die im Falle einer möglichen Bankenkrise im Euroraum – das Szenario des Ökonomen Dr. Markus Krall, welches wir im Smart Investor schon öfter thematisiert haben – Schutz bieten. Den entsprechenden Artikel dazu finden Sie ab S. 34.

Dies und vieles mehr finden Sie im aktuellen Heft, bei dessen Lektüre ich Ihnen viele neue und kapitalerhaltende Erkenntnisse wünsche.

Ralf Flierl