Grafik der Woche – Hinterhereilender Gehorsam

Bildnachweis: Bankhaus Lampe.

Die US-Notenbank hat die Leitzinszielband gestern abermals gesenkt, gleichzeitig aber die Erwartungen an weitere Zinssenkungen gedämpft. Der aktuelle Korridor liegt nun bei 1,50 bis 1,75%, lediglich knapp oberhalb der aktuellen Erwartungshaltung der Terminmärkte für Ende 2019 und 2020. Während die Fed in den letzten Monaten die Zinsen nach unten schraubte stabilisierten sich Fed Fund Futures merklich. Auf der gestrigen Pressekonferenz signalisierte Fed-Chairman Powell nun jedoch, mit weiteren Zinssenkungen pausieren zu wollen.

Er begründet dies mit den zuletzt geringer gewordenen Konjunkturrisiken. So hätte sich im Handelsstreit mit China Entspannung gezeigt, ein harter No-Deal-Brexit ist zwischenzeitlich unwahrscheinlich geworden. Während der geldpolitische Kurs der nächsten Monate damit vorgezeichnet ist, bleibt die interessante Frage, wer hier wen steuert. Nehmen die Märkte vorweg, was die Fed signalisiert, oder folgt die Fed der Richtung, die an den Zinsmärkten bereits gespielt wird. Der heutige Chart deutet eher auf letzteres hin.