Smart Investor 2/2020 – Editorial

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Christoph Karl, stellvertretender Chefredakteur

Apple ist eine Gelddruckmaschine, so viel ist klar – dass derlei Unternehmen hoch bewertet werden ebenfalls. Ob der iPhone-Hersteller tatsächlich mehr wert ist als alle 30 DAX-Konzerne zusammen, wird die Zukunft zeigen müssen. Stand heute gesteht die Börse Apple jedoch diesen schier unglaublichen Wert von 1.400 Mrd. USD zu; eine Summe, die in etwa dem Bruttosozialprodukt von Spanien entspricht. Dazu ein kleines Gegenbeispiel: Der russische Energiemulti Gazprom wird aktuell mit nur 96 Mrd. USD bewertet, Und das, obwohl das Unternehmen auf den weltweit größten Gasreserven sitzt, das größte Pipelinenetz der Erde sein Eigen nennt und 2019 mit rund 20 Mrd. USD nach Steuern etwas mehr als ein Drittel von Apple verdienen dürfte (lesen Sie mehr dazu auf S. 55). Zwar mögen die beiden Unternehmen jeweils Sonderfälle sein. Das Gefälle zwischen den heiß gelaufenen US-Märkten und den zuletzt von Anlegern verschmähten Emerging Markets ist jedoch auch auf breiter Front beachtlich.

Anleger sollten daher fischen, wo die Fische sind. Mit selektiven Investments in den Emerging Markets dürfte ein Portfolio in den nächsten Jahren sehr viel robuster aussehen als eines mit extremem Übergewicht in den USA. Allein eine günstige Bewertung muss jedoch nicht den Unterschied machen – schließlich erleben auch die einstigen Wachstumsregionen dieser Welt derzeit konjunkturell schwierigere Zeiten, wie wir auf S. 6 erläutern. Die Börsen dieser Länder sind allerdings häufig vor allem durch zyklische Industrietitel geprägt, die den amerikanisch-chinesischen Handelsstreit mit voller Wucht zu spüren bekommen haben. Auch in den Schwellenländern sollten Anleger daher Ausschau nach Technologieführern halten, die ähnlich wie ihre westlichen Pendants die Transformation der Wirtschaft antreiben. Ab S. 10 stellen wir Ihnen einige solcher Unternehmen vor.

Doch in dieser Ausgabe warten noch jede Menge anderer Themen darauf, von Ihnen gelesen zu werden. Nach dem phänomenalen Anstieg und nachfolgenden Zusammenbruch der Cannabisaktien beleuchten wir dieses Segment und stellen Titel vor, die uns als Investments für den nächsten Aufschwung geeignet erscheinen (S. 18). Zudem unterziehen wir in der Rubrik „Aktie im Blickpunkt“ die Cannabisfirma Ignite des Social-Media-Stars Dan Bilzerian einer kritischen Betrachtung (S. 48).

Weiterhin finden Sie in diesem Heft einen Bericht von der New Yorker Punch Card Conference (S. 14), einen Artikel zu Schlüsselwährungen als Triebkraft der Geopolitik (S. 22), die Präsentation eines ungewöhnlichen Zyklusmodells (S. 24), eine kritische Hinterfragung des sogenannten Super-Bowl-Indikators (S. 28) – immerhin steht am 2.2.2020 der 54. Super Bowl an – und eine Besprechung der besten Destinationen für einen Altersruhesitz außerhalb Deutschlands (S. 30).

Zudem lassen wir Sie Anteil haben an unseren Gesprächen mit Martin Siegel, der mit seinem Weißmetallefonds im letzten Jahr über 80% Performance erzielte, sowie mit dem deutschen, aber aus Amerika agierenden Value-Urgestein Michael Keppler und mit Dr. Johannes Schmidt, dem Vorstand einer der größten deutschen Mittelstandsholdings.

All dies und noch viel mehr finden Sie in der aktuellen Ausgabe. Viel Vergnügen beim Lesen!

Im Namen der gesamten Smart-Investor-Redaktion wünsche ich Ihnen ein erfolgreiches Jahr 2020.

Christoph Karl

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