Musterdepot SIW 10/2020 am 04.03.2020

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Musterdepot

Der Crash der letzten Woche hat auch unser Musterdepot ganz schön durcheinandergewirbelt. Besonders wehgetan hat uns der Doppelschlag (siehe Weekly) am Freitag letzter Woche, als sowohl Aktien als auch die Edelmetalle – und damit auch unsere Minentitel – abstürzten. Unterm Strich haben wir in diesem Jahr eine Performance von -7,3% erzielt, -7,2% davon alleine seit dem 21. Februar (beides zu Schlusskursen vom 3.3.). Wir wollen Ihnen daher zu einigen Titel ein Update geben.

Eine politische Berg- und Talfahrt hat Anthem (akt. Kurs 262,75 EUR, WKN A12FMV) in den letzten Tagen hinter sich. Parallel zur Ausweitung der Coronakrise versetzte auch der Vorwahlsieg von Bernie Sanders in Nevada am 22. Februar dem US-Krankenversicherer einen Schlag. Der Senator aus Vermont gilt als ultra-links und möchte das komplette US-Gesundheitswesen umkrempeln. Durch das Schaffen einer staatlichen Versicherung würden private Unternehmen wie Anthem wohl einen Großteil ihres Geschäftes verlieren. Die Angst vor Sanders schickte Aktien wie Anthem daher in den Keller. Bereits diese Woche gab es jedoch schon wieder eine Erholung – insbesondere Dank des Comebacks von Joe Biden bei den demokratischen Vorwahlen.

Relativ stabil gehalten hat sich Stada (-3,6%, akt. Kurs 91,00 EUR, WKN 725180). Wir betrachten den Abfindungstitel als Cashersatz. Zwar hat sich Kurs zuletzt spürbar vom garantierten Abfindungspreis (74,40 EUR) entfernt, dennoch sehen wir die Aktie als verhältnismäßig risikolos. Wir wollen die Aktie im Depot behalten und warten auf einen Squeeze-Out bzw. einen Weiterverkauf durch die beiden Großaktionäre.

Einen deutlichen Rücksetzer machte die Aktie von Berkshire Hathaway (-9,5%, akt. Kurs 190,66 EUR, WKN A0YJQ2). Zwar gilt die Buffett-Aktie als Stabilitätsanker, insbesondere der Kursrückgang von Apple (25% des Aktienportfolios) und der Rückgang der Bankaktien (ca. 40% des Aktienportfolios) haben jedoch auch bei Berkshire ihre Spuren hinterlassen. Der Aktionärsbrief von Warren Buffett (siehe Weekly letzte Woche) lässt die Interpretation zu, das Buffett seine Aktie für günstig hält. Dies unterstrich er auch durch Rückkäufe der eigenen Aktie für immerhin 2,2 Mrd. USD im 4. Quartal 2019 zu Kursen bis zu 221 USD je B-Aktie. Wer Buffett kennt, darf vermuten, dass er solche Käufe nicht tätigen würde, wenn er den inneren Wert nur wenige Prozente darüber verorten würde. Anleger sollten nun darauf achten, ob er das reduzierte Kursniveau nun zu weiteren Rückkäufen nutzen wird. Das Geld dazu hätte er: Berkshire sitzt auf einem Cash-Berg von zuletzt 128 Mrd. USD.

Mit mehr als 13% im Minus gab auch die Aktie von Facebook (akt. Kurs 170,32 EUR, WKN A1JWVX) deutlich ab. Der Social-Media-Konzern hatte zuvor noch gute Quartalszahlen abgeliefert (siehe unser Aktien-Update https://www.smartinvestor.de/2020/02/03/aktien-update-facebook-inc-2/). Der Kursrückgang dürfte wohl vor allem auf die Angst vor einem Corona-bedingten Einbruch der Werbekonjunktur zurückzuführen sein. Langfristig dürfte dies jedoch das starke Wachstum des Unternehmens kaum ausbremsen.

Doppelt abbekommen hat es Silvercorp (-17,1%, akt. Kurs 3,06 EUR, WKN A0EAS0). Der Silberproduzent musste die Förderung in seinen Minen Corona-bedingt aussetzen, konnte diese aber nach einem verlängerten chinesischen neuen Jahr am 17.2. offenbar wieder aufnehmen.

Wacker die Stellung gehalten hat die Aktie von DEFAMA (akt. Kurs 16,80, WKN A13SUL). Das Immobilienunternehmen ist der einzige Titel in unserem Portfolio, der seit dem 21.2. einen positiven Performancebeitrag (+0,6%) liefern konnte. DEFAMA gab gute Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr bekannt und erhöht die Dividende auf 0,45 EUR. Mit dem größten Zukauf der Unternehmensgeschichte in Zeiz konnte CEO Matthias Schrade das Portfolio in den letzten Tagen weiter ausbauen. Die Kursentwicklung der nächsten Monate dürfte auch vom möglichen Verkauf des renovierten Einkaufcenters in Radeberg liegen. Schrade schätzt die Chance auf einen Forward-Verkauf aktuell auf 50%.

Attraktiv ist weiterhin Gazprom (akt. Kurs ADR 5,38 EUR, WKN 903276), erst recht nach dem drastischen Kursrückgang der letzten Woche. Die Aktie ist nun wieder mit einem KGV von 3,3 (!) bewertet, die Dividendenrendite liegt bei etwas mehr als 9%. Zwar wird der spürbare Ölpreisrückgang, den die Corona-Krise mit sich gebracht hat, auch ihre Spuren im Zahlenwerk von Gazprom hinterlassen. An den mittelfristigen Aussichten des Unternehmens dürfte dies allerdings nur wenig ändern. Wir rechnen weiterhin mit einem deutlichen Anstieg der Dividende in den zweistelligen Prozentbereich. In der Vergangenheit wurde der Titel häufig anhand der Dividende bewertet, sollte also mit steigenden Ausschüttungen auch wieder über ordentliches Kurspotential verfügen.

Zu den Schlusslichtern der letzten beiden Wochen zählten die Titel, die sich ohnehin schon ganz am unteren Ende unserer Performance-Tabelle befinden. Bolloré (akt. Kurs 3,13 EUR, WKN 875558) leidet unter der globalen Konjunktur, die sich im Logistik-Geschäft des Unternehmens bemerkbar machen dürfte. Allerdings wird dieser Bereich des Unternehmens nach dem jüngsten Kursrückgang rechnerisch ohnehin kein Wert mehr beigemessen. Attraktiv ist die Holding allerdings aufgrund der Beteiligung an Vivendi. ProSiebenSat.1 (akt. Kurs 10,81 EUR, WKN PSM777) leidet an der erwarteten schwächeren Werbekonjunktur. Bei Argonaut Gold (akt. Kurs 0,88 EUR, WKN A1C70D) dürften die Quartalszahlen der Grund sein, mit denen das Unternehmen die Schätzungen der Analysten verfehlte.

 

Fonds-Musterdepot

Keine Veränderungen

 

* Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte (siehe ausführliche Erklärung)

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